Montag den 06.07.2009   2. Tag in Rom.


 Mit Don Bruno Vercesi

Heute bin ich schon sehr früh wach, obwohl ich aber eigentlich gar nicht so früh raus muss. Ich habe Zeit genug!  So gehe ich erst einmal zum Frühstück. Dann gehe ich noch einmal in mein Zimmer, rufe meine Olle noch einmal an und dann fahre ich mit dem Bus zum Vatikan.
Ich will zu Don Bruno Vercesi um meine Pilgerurkunde abzuholen. Ich hatte mich gestern noch erkundigt und nachgefragt, wie ich zu Don Bruno komme. So melde ich mich, links neben der Basilika, bei der Schweizergarde und sage, wo ich hin will.
Der Wachmann schickt mich zunächst weg. Ich soll zur anderen Seite. Dorthin, wo ich Gestern den Vatikan betreten habe. Ich soll mich im Büro des Wachhabenden, in der Unterkunft der Schweizergarde, melden.
Also quere über den Petersplatz zur Garde. Von hier werde ich wieder zurück auf die andere Seite des Petersplatzes, zur Nummer 9 geschickt. Von hier aus schickt man mich, zum deutschsprachigen Pilgerbüro, das in die Nähe der Engelburg umgezogen ist. Von dort aus geht es wieder zurück, zum Eingang des Museums, welches sich an der rechten Seite des Petersdomes befindet.
Hier werde ich wieder abgewiesen.
Jetzt platzt mir der Kragen! Ich sage ganz aufgebracht zu einem Polizisten: „ Ich bin seit 10 Wochen unterwegs, bin über Berge und durch Täler gelaufen, habe die Alpen überquert und bin hier her über 1.800 km zu Fuß gelaufen. Jetzt ist es hier nicht möglich, Don Bruno Vercesi zu finden.“ Der Polizist sagt darauf, auch sehr ungehalten: „Ich kann da auch nichts für!   -   Ich tue hier nur Dient!“
Ich drehe mich um und rausche ab, wieder auf die gegenüber liegende Seite. Ich habe nun die Nase voll. Ich gehe jetzt dorthin, wo ich heute Morgen, mit meiner Odyssee begonnen habe und rühre mich von dort keinen Meter mehr weg, bevor ich nicht mit Don Bruno gesprochen habe und meine Pilgerurkunde habe.
Der Petersplatz ist teilweise, durch Stahlgitter, in Zonen aufgeteilt. Es dient der Überwachung und Sicherheit. Rechts, in Blickrichtung zur Basilika ist der Zugang zur Basilika. Hier wird jeder kontrolliert.
Ebenfalls ist hier der Zugang, zum Museum und der Sixtinischen Kapelle. Hier gehen uniformierte Polizisten auf Wache. Von hier aus zog ich voller Grimm los auf die andere Seite. Hier ist dann wieder eine Absperrung, die von der Schweizergarde bewacht wird. Als ich mich der Absperrung nähere, kommt der lange Gardist lächelnd auf mich zu. Er entschuldigt ich sofort und sagt. „Es tut mir leid! Ich habe das falsch verstanden. Hier sind Sie richtig. Geben Sie mir bitte Ihren Personalausweis.“ Der lag aber gut versorgt, in der Villa Fatima, an der Rezeption. Ich sage das meinem neuen Freund. Er lässt mich dann doch durch. Dann kommt mir ein Polizist entgegen. Jetzt verlangt der meinen Pass zu sehen. Der Gardist, versuchte ihn jedoch zu überzeugen, mich weiter zu Don Bruno zu lassen. Das ist unmöglich.   -   Der Polizist lies mir sagen:
„Wenn man als Tourist, in Italien, ohne Personalausweis angetroffen wird, wird man für 24 Stunden eingesperrt.   -   Was nun?
Auf dem Absatz kehrt.  -   Zum Bus.  -   In die Villa Fatima.  -  An der Rezeption den Pass holen.  -  Wieder in den Bus, der gerade kommt und zum Vatikan zurück. Die Schweizergarde winkt mich jetzt durch.  -  Ich bin ja schließlich mittlerweile bekannt dort. Der Polizist winkt mich durch.  -   Er kennt mich ja auch schon. Er zeigt mir sogar noch, wo ich mich anmelden muss.
Ich gehe also ins Meldebüro. Dort muss ich meinen Pass wieder abgeben, bekomme dafür eine Kennkarte, die ich offen tragen muss.
Dieses Prozedere hat ca. 25 Minuten gedauert. So ausgerüstet, gehe ich nun in die Sakristei des Petersdomes.
Hier muss ich mich wieder neu anmelden. Man weiß aber, dass ich komme.
2 Minuten später treffe ich dann endlich Don Bruno Vercesi. Er führt mich, in den Vorraum seines Büros. Hier setzen wir uns hin und unterhalten uns, über meine Pilgerreise nach Rom. Ich erzähle ihm meine Geschichte, händige ihm meine Credenciale aus. Er holt dann das große Pilgerbuch, das er hier, im Peterdom, führt und verwaltet. Dann kommt der große Moment, wo ich  -  als Fußpilger  -  aus Deutschland  -  aus dem Rheinland, eingetragen werde.
Dann schickt Don Bruno mich für eine Stunde in die Basilika. Danach wollen wir uns hier wieder treffen. Er hat in der Basilika eine Messe zu feiern.

Eingang zur Sakristei
Die Gedenktafel aller Päpste bis heute in der Sakristei


Ich gehe also los,   -   durch die Sakristei,  -  ohne das mich jemand aufhält oder anspricht. Ich komme an der großen Marmortafel vorbei, auf der alle bisherigen Päpste, vom hl. Petrus angefangen, bis Papst Johannes Paul II. verewigt sind. Ich sehe in Räume, in denen die Messgewänder hängen, die Umkleideräume der Geistlichen, und komme dann in den Dom.
Den hatte ich mir für heute aufgespart, so dass ich gestern nicht mehr in den Petersdom gegangen bin. Es laufen hier viele Menschen durch die Basilika, die unglaublich groß und schön ist. Vor der Statue des hl. Petrus steht eine Menschentraube. Alle wollen Ihn anfassen.

Zum Grab des hl. Petrus, Statue des hl. Petrus und der Hochaltar


Am Abgang zum Grab des hl. Petrus muss man sich auch anstellen, so viele Menschen stehen davor.
Der große Hochaltar mit seinen gedrehten Säulen ist einfach überwältigend. Es gibt viele Seitenaltäre. An einem von ihnen, wird immer eine hl. Messe gefeiert.
Nachdem die Stunde vorbei ist, versuche ich durch die Sakristei, wieder ins Vorzimmer von Don Bruno zu gelangen. Ich mache also die Türe der Sakristei auf und will zügig durch gehen, um ja nicht zu spät zu kommen. Da werde ich von einem Polizisten unmissverständlich aufgehalten. Ich versuche ihm zu erklären, dass ich mit Don Bruno, in dessen Büro, um 12.15 Uhr verabredet bin.
Nach langem hin und her, da er mein Italienisch, mit Hovener Akzent, nicht versteht, macht er mir klar, ich solle mich hier neben ihn setzen und warten, bis Don Bruno aus der Basilika zurück kommt, in der er noch ist.
Dann kommt Don Bruno, noch in vollem Ornat aus dem Dom und klärt den Polizisten, über meine Rolle auf.
Nachdem Don Bruno das Messgewand ausgezogen hat, gehen wir zurück, in sein Büro und ich bekomme meine Credenciale  zurück.

Testimonium


Dann wird mir noch eine besondere Ehre zuteil.
Don Bruno führt mich unter dem Hauptaltar zum Grab des hl. Petrus.
Er zeigt mir, rechts neben dem kleinen Altar, wie ich den roten Stein Sarkophag sehen kann. Er sagt mir, in den Berichten, über die Beisetzung, hätte man niedergeschrieben: „Wir haben ihn in rotem Stein beerdigt.“ (frei übersetzt.)

hier wurde mir eine besondere Ehre zuteil. Don Bruno Vercesi führte mich direkt an den Sarkophag des hl. Petrus. Rechts hinter dem Altar, ist eine Öffnung, durch die ich den aus rotem Stein bestehenden Sarg in einer Entfernung von ca. 2 m sehen konnte. Es war ein Moment, den ich nicht beschreiben kann.


Gegenüber der Begräbnisstätte ist Papst Pius XII. beigesetzt. Er hat diesen Platz selbst ausgewählt, da er die Grabungen nach dem Sarkophag veranlasst hatte. Er wollte den Sarkophag immer sehen.
Hier befindet sich eine kleine Kpelle, in der wir uns hinsetzen. Don Bruno fragt jetzt etwas genauer, über meine Beweggründe nach und sagt mir dann:
„ Sie können nun beruhigt nach Hause zurück kehren. Ich glaube, dass Sie Ihr Versprechen, welchem Sie sich verpflichtet fühlen,  voll und ganz eingelöst haben. Ich wünsche Ihnen,  Ihrer Frau und Ihrer Familie alles Gute und den Segen des Allmächtigen“.
Wir beteten dann zusammen noch ein Vater unser. Dann segnete er mich und führte mich wieder zurück, in den Bereich der Touristen und den Grabstätten der Päpste. Er musste weiter und ich ging dann an
das Grab Johannes Paul II.
Dieses Grab wird von der Polizei bewacht. Fotografieren ist hier strengstens verboten. Ich versuchte es trotzdem und wurde auch gleich massiv drauf hingewiesen. Man drohte mir sogar den Rausschmiss an. Hätte ich nicht schon meine Erkennungskarte abgegeben, hätte ich bestimmt fotografieren dürfen.

Bilder aus dem Petersdom


Nachdem ich mir dann so verschiedene Gräber angesehen habe, habe ich den Dom verlassen. Ich gehe über die Piazza Pio XII. Dann die Via del Concilliazione hinunter, in Richtung Engelsburg. Auf ½  Weg, ist auf der linken Seite eine Kirche. Ich gehe hinein. Es wird gerade eine Messe gelesen, in der ich dann bis zum Schluss bleibe.
Dann gehe ich weiter, bis zur Engelsburg und auf die Engelbrücke über den Fluss Tiber. Es gibt so viel zu sehen, dass es schon fast erdrückend ist. Dann suche ich mir ein Restaurant und esse dort zu Abend. In einer Gelateria lasse ich dann so langsam diesen Tag in ROM ausklingen und suche danach meine Villa Fatima auf.
Ich muss das alles, jetzt zu Hause meiner Helga erzählen

65.Dienstag-07.07.2009-3.Tag-Rom-deutsches.Pilgerzentrum
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Hier muss ich durch, zur Sakristei
rechts steht mein Freund, der Gardist, der mich kreuz und quer über den Petersplatz hat laufen lassen.
Das ist die Sakristei des Petersdom`s
Bilder In der Basilika
Grabstätten der Päpste, Kardinäle undund Bischöfe im Gewölbe unter dem Dom
Eingangstüren zum Dom
Diese Tür ist zugemauert und wird nur alle 25 Jahre geöffnet. Es ist die Innenansicht.
die Via della Conciliazione
der Tiber, Engelbrücke und Burg
Der Petersplatz in der Totale und die
"Glocken von Rom"