Sonntag den 05.07.2009


62. und letzte Etappe: Von Campagnano nach ROM: ca. 26 km

05.oo Uhr.  -  Raus aus dem Haus. Ich schaue, hinter dem Haus, noch einmal ins Tal hinein, um möglicherweise, ROM mit Beleuchtung zu sehen.  -  Ist aber nicht.  - 
Dann gehe ich, auf die letzte Etappe, meines Weges, von zu hause, nach ROM.

nach der letzten Nacht, früh morgens. Heute bin ich endlich in Rom


Ich bin, auf diesem langen Weg, die ganze Zeit über, nicht ohne Schmerzen gewesen. - Es begann, mit den Hüftgelenken, an beiden Seiten.  -  Es folgten, Blasen an den Füßen und dann, die Entzündung, des linken Schienbeins.  -  Dann lief ich mir, in der ersten Zeit, einen sogenannten Wolf.  –  Ich bekam Blasen, an den Zehen und Verletzungen, an den Zehen, mit Verlust der Zehennägel.  -  Ich bekam auch Ausschlag, an den Beinen.  -  Wenn eine Sache ausgeheilt war, bekam ich wieder, etwas Neues.
Bei den letzten Etappen, kämpfte ich, gegen stechende Schmerzen, unter den Fuß-Ballen. Heute Morgen, beim Aufstehen, hatte ich plötzlich Rückenschmerzen. Doch nach kurzer Zeit, waren diese wieder weg.  -  Dann meldeten sich, am rechten Fuß, unter dem Ballen, wieder diese stechenden Schmerzen.  -  Vorgestern, war es eine Entzündung, des Nagelbettes, am zweiten Zeh, des linken Fußes.
So ziehe ich, auch heute wieder, mit starken Schmerzen, über meinen Weg.  -  Ich komme nicht richtig auf Touren.  -  Richtig lustlos, setze ich einen Fuß vor den Anderen. Obwohl ich heute, mein ZIEL erreichen werde und auch bald, nach Hause fliegen kann.
Gegen 07.3o Uhr, sitze ich in La Storta, in einer Bar, beim Frühstück.  -  Ich rufe nochmals, Meine Olle an, die ich heute, ausnahmsweise, schon um 05.oo Uhr, angerufen hatte.  -  Dann gehe ich weiter.  -  Es sind nur noch 17 km bis ROM.
Ca. 5 km, hinter La Storta, biege ich nach rechts, von der SS - Cassio ab, auf die Via Trionfale  und laufe nun, durch die hässlichen Vorstädte Roms. Ich gehe noch bis Monte Mario.
Hier mache ich noch mal, eine Pause und gehe dann weiter.  -  Irgendwann merke ich, dass es abwärts geht. Ich habe, den höchsten Punkt, erreicht. Jetzt geht es, den Berg hinunter. Ich passiere ein Kloster und komme an die erste, starke Rechtkurve. Ich gehe nach links, bis an den Rand,
der 1. Rampe Monte Mario. So nennt sie sich.

Die letzten Stufen am Monte Mario,
der erste Blick auf den Petersdom.
ICH BIN DA.


Ich schaue, zwischen den Bäumen, hindurch und sehe plötzlich und unerwartet „R O M“ unter mir liegen.  -  Sofort muss ich Helga anrufen und ihr erklären, was ich hier sehe.  -   Nach dem Gespräch, geht sie nach draußen und hängt die Fahne auf.   -   Damit wissen unsere Nachbarn und die vielen Leute, die immer wieder nachfragten, wo ich denn sei, dass ich in  „R O M“ angekommen bin.
Dann geht es weiter. Den Berg hinunter, über die Rampen-Abkürzungen, in Richtung Vatikan.
Genau um 11.23 Uhr, betrete ich, nach  62  Wandertagen,
den - Petersplatz -  und stehe nun, vor der Basilika.
Der Peterplatz füllt sich zusehends. Eine Fernsehkamera steht auch hier. (Nicht extra für mich) Ich werde von einem polnischen Ehepaar angesprochen.
Während wir uns unterhalten, wird im Gebäude, rechts neben der Basilika, im obersten Stockwerk, aus einem Fenster, ein Wandteppich ausgerollt.  -  Dann erscheint dort, der hl. Vater und spricht das
sonntägliche Angelusgebet.  - 
Bevor der Papst uns den Segen erteilt, rufe ich Helga an. So bekommt sie, zusammen mit mir, den päpstlichen Segen.

Schweizergarde, vor dem Petersdom, der päpstliche Segen


Es ist schon ein erhebendes Gefühl, hier zu stehen und zur Begrüßung, vom Papst gesegnet zu werden.
Nach dem Segen, beginne ich damit, mir ein Zimmer zu suchen. Im Outdoor Wanderführer wurden verschiedene Häuser benannt. Ich versuche, gleich in der Nähe, des Vatikans, auf der Via Aurelia, ein Zimmer zu bekommen.
So gehe ich erst einmal, auf der gegenüberliegenden Seite, aus dem Vatikan heraus. Hier frage ich mich durch, zur Via Aurelia, die ich dann, auch schnell gefunden habe. Ich gehe ein Stück, an der Außenmauer, des Vatikans entlang und entferne mich dann, nach links, auf die Via Aurelia.
Ich suche, die „Villa Fatima suore Oblate del Redentore“ auf der
Via Aurelia 238
.  -   Leider ist diese Nummer nicht zu finden.  -  Ich gehe weiter, bis in die Hausnummern, über 300 und finde nichts.  -   Dann laufe ich zurück, bis zu einem Haus, mit B&B - Einrichtung.  -  Hier ist jedoch, alles belegt.  -  Dann gehe ich, zu einem Hotel.  -  Hier kann man aber, nur als Mitglied, ein Zimmer bekommen.
Dann versuche ich, in der Villa Fatima anzurufen. Ich ziehe eine Passantin, zur Hilfe, mit hinzu. Nun stellt sich heraus, dass die Villa Fatima einen anderen Straßennamen führt und nun das Eckhaus, in der
Via Polo Bentivoglio Nr. 1 ist.  -  Das Eckhaus, zur Via Aurelia.  –
Hier muss man allerdings wissen, dass die Via Aurelia sehr bergig ist und dass die Hausnummern zu vielen, verschiedenen Palazzos gehören. Es ist nicht selten, dass von der einen Hausnummer, zur nächsten Hausnummer, die Entfernung über 100 m und auch mehr sein kann.  - 
So bin ich hier, in der Mittagshitze, in ROM, sehr lange hin und her gelaufen, bis ich mein Zimmer hatte. Es stellte sich heraus, dass ich nur ca. 20 m, vor dem Haus stand.  -  So bekomme ich ein Zimmer, bei zwei älteren Damen, die ihr Haus, im christlichen Sinne führen.  -  Es gibt sogar, eine Kapelle im Haus, in der am Morgen, eine Messe gefeiert wird.
Nachdem ich mich erfrischt habe, fahre ich mit dem Bus, der direkt vor dem Haus hält, wieder zurück, in den Vatikan.  -  In 10 Minuten, bin ich schon dort.  -  Ich schaue mir hier, alles an und bin sehr beeindruckt, von dem, was ich sehe.
Ich gehe aber bald zurück, zur Villa Fatima. Denn morgen, will ich zuerst, meine Pilgerurkunde, (das Testimonium) im Petersdom abholen.  -  Für heute bin ich etwas geschafft.
Das waren die letzten 26 km.
Gesamtkilometer bisher: ca. 1.870,7 km

63.Sonntag-11.30-Uhr-Ankunftstag-Ich-bin-in-ROM
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Lustlos auf dem Weg nach Rom
La Storta
Casa Cantoniera
Kirche in La Storta
La Giustine
Monte Mario
Die Mauer des Vatikan
An der Kaserne der Schweizergarde vorbei, gelange ich zu den Eingangstoren des Vatikan