Mittwoch den 01.07.2009


58. Etappe: Von S. Quirico d´Orcia nach Proceno c. 44 km

Das wird heute ein Tag. Um 05.oo Uhr, bekomme ich im Hotel, 2 Cappuccino und ein Lunchpaket, für unterwegs.
Zum trinken, habe ich genügend Vorrat, eingepackt. Auch wenn das unterwegs, nach Stunden, in der Sonne, lau warm geworden ist.  -  Egal!  -  Es erfrischt immer noch etwas. Auch wenn es draußen, an die 40° C warm ist.
So ziehe ich los. Es dauert etwas, bevor ich S. Quirico d´Orcia verlassen habe. Das Wetter ist, wie immer, gut.  -  Der Morgennebel, zieht noch durch die Täler.  -  Die Sonne, färbt den Himmeln rot, braucht aber sehr lange, bis sie hinter den Bergen, hervor kommt und ins Tal hinein scheint.  -  Rechts vor mir, sehe ich, auf den Bergen, Burgen und Kastelle.  - 
Auf der linken Seite, sehe ich, eine typisch, toskanische Landschaft.  -  Ein hügeliges Tal, bewachsen mit Olivenbäumen. Dazwischen vereinzelte Pinien. Hier und da, auch ein paar Schafe und auf dem Berg dahinter, die Gebäude einer Hazienda.   -  
Die Straße schlängelt sich, hier einsam, durch das Tal. Es geht in Bodenwellen, ruf und runter.
Um 07.oo Uhr, setze ich mich, am Straßenrand, auf ein Mäuerchen und esse meine Butterbrote, die ich vom Hotel, anstelle des Frühstücks, erhalten habe. Ich habe bisher, an den Berghängen, nun ein paar Haziendas und vereinzelte Häuer, gesehen. Aber auch weit voraus und weg von der Straße, ist keine Siedlung sichtbar. Wenn hier, nicht hin und wieder, ein Auto entlang käme, wäre ich, seit Stunden alleine, auf dieser Straße, unterwegs.   -   Eine Dose Cola trinke ich noch, dann geht es weiter.
Hinter dem nächsten Hügel, taucht dann plötzlich, das erste Dorf auf. Da ich aber, vor noch nicht allzu langer Zeit, Pause gemacht habe, gehe ich, an der Bar, in Gallina vorbei.  
-   Das war ein Fehler, den ich noch bitter bereuen werde.   -
Es dauert wieder, geschlagene 2 ½ Std. bis ich an eine Tankstelle komme, an der ein Motel angeschlossen ist.   -  2 ½ Std. durch die pralle Sonne.   -   Ohne jeglichen Schatten, alleine auf der Landstraße.  - 
Mein Wasservorrat und auch die Cola sind schon lange aufgebraucht.
So gehe ich ins Restaurant, des Motels. Hole mir dort zuerst, eine Flasche Wasser und bestelle mir dann, 2 Sandwichs mit Schinken. Ich setze mich, auf die Terrasse und mache hier, gemütlich meine Frühstückspause.
Es ist schon 10.oo Uhr vorbei und ich melde mich, zu Hause. Um 11.oo Uhr, gehe ich weiter.
Nach 5 km taucht ein Tunnel auf, von 895 m. Länge, durch den ich gehen muss. Auf der anderen Seite, kommt mir ein Jakobspilger entgegen. Er schwitzt, genauso wie ich. Er stöhnt und fragt mich, wo er denn hier, etwas zu essen bekommen kann. Nachdem ich ihm gesagt habe, dass er hinter dem Tunnel, nach 5 km, ein Motel kommt, ist er nicht mehr zu halten. Schon ist er im Tunnel verschwunden und nicht mehr zusehen.

hinter mir der Straßentunnel. Hier kommt mir ein Jakobspilger entgegen. Er rauscht vor Hunger und läuft gleich weiter, nachdem ich ihm gesagt habe, dass hinter dem Tunnel eine Raststätte ist.


Im Tunnel, hatte ich die Höhe erreicht. Nun geht es nur noch, bergab. Wie weit, wird sich zeigen. So wandere ich jetzt, Stund um Stund, den Berg hinab, durch die glühende Mittagshitze. Ich bin, auf freier Landstraße, ohne Schatten. Zum Glück, habe ich aber, meinen Getränkevorrat aufgefüllt. Ich mache irgendwo, am Wegesrand, wo ein kleiner Strauch steht, eine Pause und setze mich darunter.
Nun habe ich, den letzten Schluck, warmes Wasser, getrunken und gehe weiter. Rechts über mir, sehe ich, für lange Zeit, den Ort, Radicofani Rocca. Da oben, verläuft der Pilgerweg, die Via Francigena. Dann taucht auf einmal, Ponte A Rigo auf.  -  Hier gibt es eine Bar.  -  Nichts wie hinein.  -  Ich frage dort auch, nach einem Zimmer.  -  Hier im Dorf, gibt es nur eine Unterkunft, in einem Container, in dem aber, die Klimaanlage defekt ist.  -  Es stehen 6 Betten und eine ungeheure Hitze darin und es gibt keine Waschmöglichkeit.  -  Das tue ich mir nicht an und gehe, nachdem ich etwas gegessen habe, weiter.
Bald erreiche ich Cento. Hier, am Orteingang rechts, das erste Haus, ein B&B Haus. Es öffnet jedoch niemand, die Türe. Dann versuche ich es, im Dorf, noch einmal. - Auch Fehlanzeige, -  Also weiter!  -  Nicht lange fackeln!   -
 „Wozu ist die Straße da?   -   Zum marschieren!“   
Außerhalb, auf der Landstraße, sehe ich schon, von Weitem, eine Bar. Ich hoffe, dort endlich, ein Zimmer zu bekommen. Auch hier, keine Möglichkeit, zur Übernachtung.   -   Ich habe heute, schon ca. 43 km hinter mir und richte mich langsam darauf ein, noch bis Aquapendente gehen zu müssen.   -   Das sind nochmals 7 km.

Meine Unterkunft für heute. Agriturismo ähnlich wie B & B und gut.


Also mache ich hier, noch etwas Pause, nehme mir dann, genügend Wasser mit und mache mich auf den Weg.  - 
Was mir Sorgen macht, sind die dicken Gewitterwolken, die in meiner Richtung hängen.
Nach 1 km, steht an der Landstraße, ein Schild: Agriturismo.  -  Hier gehe ich hinab und bekomme, ein schönes Zimmer.  -  Der Vermieter, besorgt mir auch noch, etwas zum Essen.   -   Es waren  heute  44 km,  in brütender Hitze.
 
 Gesamtkilometer bisher: ca. 1.737,7 km

59.Etappe-02.07.2009-Proceno-Montefiascone.ca.40km
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S. Quirico d´Orcia kurz nach 05,00 Uhr am Morgen
Nebel über der Toskana
Brücke über den Orcia
Gallina die letzte Möglichkeit, für lange Zeit, eine Frühstückspause zu machen. Leider hatte ich diese Möglichkeit nicht wahr genommen.
Brücke über denVellora
Ponte A Rigo
Hier endet die Province Toskana und ich gehe in die Province Lazio hinein.
eine Stadt, hoch oben auf dem Berg, mit dem obligatorischen Kastell. Das war heute eine schwere und sehr lange Etappe. Unterwegs kaum Möglichkeiten zu trinken oder etwas zu essen zu bekommen.