Donnerstag den 18.06.2009


45. Etappe: Von Garlasco nach Belgioioso ca. 39 km

Heute war ich, bereits um 06.oo Uhr, wanderfertig. Ich konnte aber noch nicht weg, weil mein Pass noch, an der Rezeption lag und die Rechnung, noch nicht bezahlt war. So musste ich warten.
An Frühstück, dachte ich im Moment noch nicht. Es ist in Italien nicht Standard.
Um 06.15 Uhr, kam dann die Signora. Jetzt konnte ich alles erledigen und bekam auch noch, völlig unerwartet, ein gutes Frühstück serviert.  -  Zumindest, für hiesige Verhältnisse, gut.
Um 06.3o Uhr, zog ich dann, der Länge nach, durch die langsam. erwachende Stadt. In den Cafehäusern und auch vor den anderen Häusern, saßen schon die ersten Gäste, in der Sonne. Ich sehe mir noch, die Kathedrale an. Sie ist, im oberen Teil, eingerüstet und wird renoviert. Hinein, kommt man nicht, da sie abgeschlossen ist. Wie leider, zu viele Kirchen, hier in Italien.
Ich gehe dann, durch die Altstadt und komme so, automatisch, wieder auf die SS-596 zurück. Ich gehe, auf der Straße, weiter stadtauswärts, was sich als sehr mühselig herausstellt. Zum Glück, stehen in der Stadt und an der Ausfallstraße, große Bäume, die Schatten spenden.

Der Fluss Ticino, die Kathedrale in Pavia, die Haupstraße durch Pavia


Die Sonne wärmte schon. Doch der kühle Wind, der wehte, machte das Wandern angenehm. So komme ich ganz gut, vom Fleck. Immer der SS-596 nach, an Mirado und Groppello so wie Cairoli vorbei. Die Dörfer, sehe ich, neben der Straße, noch im Morgennebel liegen. Gegen 10.oo Uhr, erreiche ich dann Pavia.
In St.-Martino-Siccomrio, habe ich mir eine Flache „Aqua Minerale con Gas“ gekauft. Ich musste aber, bis Pavia laufen, eh ich eine Bank fand, auf der ich heute, meine erste Pause machen konnte. Ich musste sogar, erst über die Brücke, des Flusses Ticino gehen, um rechts, am Ufer, eine Bank, im Schatten, eines Baumes, zu finden.
Auf meinem Weg, nach Belgioioso komme ich auch nach Montebalone, wo ich noch eine Rast einlege. Dann gehe ich weiter und bringe, die letzten 12 km, für heute, hinter mich.
In Belgioioso ist das erste Hotel, was ich fand, geschlossen. Das Zweite auch. Doch steht hier, an der Türe, eine Telefonnummer, die ich dann anrufe.  -  5 Minuten später, habe ich mein Zimmer.
Ich muss den Tagesablauf mal erklären: „Wenn ich morgens losziehe, habe ich mir, an Hand einer Straßenkarte und meinem Navigationsgerät, in Verbindung, mit dem beschriebenen Pilgerweg Via Francigena, meine Tagesetappe angesehen und für mich, fest gelegt. Ich gehe früh weg, da es am Morgen, so bis gegen 10.oo Uhr, noch recht angenehm und kühl ist.  -  Je weiter, ich nach Süden komme, je früher, werde ich abgehen! 
In Zukunft, werde ich auf das Frühstück verzichten und schon um 05.oo Uhr los gehen.  -  Ich marschiere morgens, ohne Unterbrechung, in den ersten 3 Stunden, ziemlich zügig dahin und lege dabei, so viele Kilometer, wie möglich, zurück.
Oft habe ich, bereits um 10.oo Uhr, im Regelfall, fast die Hälfte, der Tagesetappe, hinter mir, wenn ich Helga anrufe. Danach, geht es immer, im Abstand,  von 1  bis 1 1/2  Stunden, weiter. Bedingt, durch meinen rechten Fuß, muss ich jedoch, immer wieder Pausen einlegen. Da ich immer stur, Richtung Süden laufe, laufe ich, ab 12.oo Uhr mittags, immer in die Sonne, die dann ganz hoch steht und unerbittlich herunter scheint“.

Zwischen den Reisfeldern, zwischen denen ich mich, seit ein paar Tagen bewege, gibt es keinen Schatten.
Wenn ich dann, am frühen Nachmittag, am Etappenzielort ankomme, habe ich die letzte Cola und den letzten Tropfen Wasser, aus meiner Flasche, schon lange getrunken. Ich bin dann, durch die Sonne, aufgeheizt. Dann ist nur Eines wichtig.  -  Direkt ein Zimmer, mit Dusche, zu bekommen. Wenn ich dann geduscht habe, bin ich wieder fit.
Bevor ich jedoch dusche, rufe ich Helga kurz an, damit sie weiß, dass ich wieder gut, am Etappenziel, angekommen bin. Nach dem Duschen, rufe ich dann wieder an und erzähle ihr, in aller Ruhe, von meinem Tag.  -  So ist es immer wichtig, direkt ein Zimmer zu bekommen. So war es auch heute und so ist es jeden Tag, auf meiner Reise, zu Fuß, nach ROM.

Ich gehe dann jetzt, in die Stadt und schaue mir das Kastello an. Ab 19.oo Uhr, ist die Pizzeria, im Haus, geöffnet und ich esse hier etwas. Dabei komme ich in Gedanken: - 
„Langsam verändert sich die Landschaft. Die Reisfelder werden weniger. Es kommen nun mehr und mehr Mais- und Getreide-Felder vor.  -  Es gibt auch schon wieder, kleine Wälder und mehr Industrie. Doch die, macht das Land, auch nicht schöner.  -  Unser Traumland, Italien, ist ungepflegt und unsauber. Die Häuer sind verfallen. Die Straßenränder sind ungepflegt. Jeder schmeißt seine Pet-Flaschen, einfach auf die Straße. Jeder zweite Autofahrer, ob PKW oder LKW, hat sein Handy am Ohr und nimmt auf Fußgänger, keine Rücksicht.  -  Ich habe bisher, erst 2 x eine Kehrmaschine gesehen. Beide Male, zog sie eine riesige Staubwolke, hinter sich her.  -  Hier gibt es, in der Bevölkerung, keine Rücksicht auf Anwohner und Passanten. Da braucht man sich, über die vielen Unfall-Kreuze, im Aostatal, nicht zu wundern“.
Ich esse jetzt Spaghetti und gehe dann ins Bett. Es waren wieder, rund 39 km.


 Gesamtkilometer bisher:  ca. 1.253,2 km

46.Etappe-19.06.2009-Belgioioso-Masero.ca.33km
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