Mittwoch den 17.06.2009


44. Etappe: Von Robbio nach Garlasco ca. 36 km

Nachdem ich gewaschen und rasiert bin, setze ich mich, wie jeden Morgen,  zum Einreiben, mit Sonnencreme, auf den geschlossenen Toilettendeckel.
Das Eincremen muss sein, denn die Sonne brennt, hier in Italien, ab 10.oo Uhr, unerbittlich. Da ich hier, durch Reisfelder laufe, gibt es kaum Schatten. Weil es hier kaum Bäume oder Sträucher gibt, muss ich mich, jeden Morgen und auch mehrmals am Tag, mit Sonnencreme einreiben.  -  In dem Moment, wo ich mich auf diesen Deckel setze, zerspringt er, in tausend Stücke.  -  Und ich war felsenfest der Überzeugung, ich hätte auf der Tour abgenommen!  -  Doch wie man so schön sagt:  -  „Was nun?“
Gestern Abend, hatte ich das Gefühl, dass der Hotelier, mich gewaltig über den Tisch gezogen hat. Ich musste 25,00 € für das Abendessen bezahlen. Die Schweizerin, für das gleiche Essen, nur 10,00 €.  -  Ich denke, damit hatte ich den Toilettendeckel, gleich mit bezahlt. So entferne ich, die letzten Reste, vom Deckel, packe alles oben, in meinen Rucksack und gehe dann zum Frühstück. Nach dem Frühstück, hält er auch noch die Hand auf und will dafür noch
5,00 €
haben. Das zahle ich, aber nur widerwillig und ziehe dann los. Am nächsten Müllcontainer, fliegt dann, der Toilettendeckel, hinein. Damit ist dieses Kapitel, für mich beendet und ich ziehe weiter, meines Weges.
Die Schweizerin, geht es gemütlicher an. So haben wir uns, gestern verabschiedet und sehen uns, auch nicht mehr wieder.
Es ist heute bewölkt und nicht gerade so warm, wie gestern. So komme ich gut vorwärts. Mortara, habe ich schnell umrundet und bin schon, um 10.oo Uhr, in Remondo.
Hier mache ich meine erste Pause. Ich rufe zu Hause an und erwische Helga, auf ihrem Trimmrad. Sie hat sich, das alte Trimmrad, von oben, herunter geholt und fährt jetzt, jeden Morgen, ihre Zeit ab.
Eigentlich wollte ich heute, nur bis Tromello, gegangen sein. Ich bin aber, schon um 12.oo Uhr dort. So kaufe ich mir, im Supermarkt, etwas Obst und eine Flasche Wasser, mache hier eine Pause und gehe dann, noch 6 km weiter, bis ins nächste Dorf.
Hier lande ich, in Garlasco. Ich gehe zuerst, bis ins Centrum und frage dort, nach einem Zimmer. Ich habe im Wanderführer, eine Unterkunft gefunden, die ist aber noch 5 km außerhalb, vom Ort und abseits, des Weges. So gehe ich wieder zurück, zum Ortseingang, frage in der „Albergo - Il Pino“ nach und bekomme dort ein Zimmer.
Dann bummele ich etwas durch die Stadt und kaufe mir, eine neue, kurze Hose. Die Alte - ( ? ) - schmeiße ich weg.

Garlasco Hauptstraße, Piazza und Kastello


In der Stadt, gibt es einige große Kirchen und mehrere Friseure. Es wird Zeit für mich, die Haare schneiden zu lassen. Ich gehe also hinein, in den erst besten Laden.  -  Da kommt mir ein kleiner Mann, im Kittel, mit dichtem, graumeliertem Haar und einem Vollbart, entgegen.  - Es tut mir jetzt schon leid, dass ich hier hinein gegangen bin.
Er spricht nur Italienisch und ich nur mein Deutsch und paar Worte Italienisch, die auf dem Weg hierher, gelernt habe. Ich setze mich also in den Stuhl und versuche, ihm zu erklären, was er machen soll. Dann erlebe ich etwas ganz außergewöhnliches.
 -  Ich habe noch keinen Friseur erlebt, der so gut, wie der Italiener, seine Schere beherrschte.  - 
Es entstand dabei, eine interessante Unterhaltung, zwischen uns beiden. Er schnitt mir dabei, die Haare und es sah so aus, als sei die Schere, mit seinen Fingern, verwachsen. Er berührte, während der ganzen Zeit, kaum meinen Kopf.
Wir schieden, als Freunde, als er dann mit mir fertig war.
Nun musste ich noch, ein schönes, dickes Eis haben, bevor ich zurück, in die Albergo gehe. Zu essen, muss ich auch noch kaufen und dann geht es ab, aufs Zimmer. Essen, -  und dann ist der Tag zu Ende. 36 km - bis zum Mittag, durch wechselhaftes Wetter, dann wieder, die schon gewohnte Hitze.
Gesamtkilometer bisher: ca. 1.214,2 km

45.Etappe-18.06.2009-Garlasco-Belgioioso.ca.39km
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Mortara
Steinbrücke über den Kanal
Casino di San Albino
Remondo
Tromello
Kirchen in Garlasco
Friedhof weit vor der Stadt