Dienstag den 16.06.2009


43 .Etappe: Von Canavese San Germano nach Robbio ca. 34 km

Nachdem ich im Hotel, einen Espresso getrunken habe, mehr gibt es hier, so früh noch nicht, ziehe ich gegen 07.1o Uhr, weiter meines Weges. Ich überlege, ob ich an der Bank vorbei gehen soll, um Geld zu ziehen. Ich lasse es aber bleiben und denke, dass ich das in Vercelli erledigen kann, die nächste Stadt, auf meinem Weg.
Kann ich da auch kein Geld ziehen, habe ich ein großes Problem. - Ich besitze, im Moment, nur noch 15,00 € in Bar. - Reicht gerade fürs Frühstück und etwas zum Abendessen.
Das Wetter ist gut.  -  Zu gut, denn es ist schon richtig warm. Der erste Ort, durch den ich gehe, ist Cascine de Stra. Ein Dorf, das Vögel in Rückenlage überfliegen, damit sie nicht sehen müssen, was da unten los ist. Die Häuser zerfallen- Alles grau in grau, ohne einen Klecks Farbe. Man darf sich aber, in Italien, nicht durch das äußere Erscheinungsbild, eines Hauses, täuschen lassen. Man staunt, oft nicht schlecht, wie es dort innen aussieht. Genau das Gegenteil, von außen.
Ich erreiche Vercelli. Es handelt sich hier, um eine große Stadt, mit Kathedrale und Seminario. Hier versuche ich, bei der ersten Bank, am Automat, Geld zu ziehen. - Mit Erfolg!

in Vercelli hier ist heute Markttag.


Damit bin ich, nun wieder flüssig und kaufe mir, erst einmal, etwas zum Frühstück.
Dann finde ich, mitten in der Stadt, auf der Piazza, eine Bank, auf der ich mich, zum frühstücken niederlassen kann. Aber zuerst Schuhe aus und Füße entlasten, dann Helga anrufen und jetzt kann ich Frühstück machen.
Ich gehe dann, an einem Castello vorbei, das hier natürlich auch nicht fehlen darf. Ich erreiche die SS-11 und gehe auf ihr, bis dass diese auf die SS-596 abzweigt, der ich dann nach rechts folge. Ich wandere nun, auf dieser Staats-Straße entlang.
Links und rechts geflutete Reisfelder. Die Sonne brennt und ich wandere, nur an Reisfeldern vorbei, ohne den kleinsten Schatten. Dabei passiere ich, verschiedene Dörfer, die alle, in der gleißenden Sonne liegen. In den Dörfern, sieht man keinen Baum, oder Strauch, die wenigstens, nur für kurze Zeit, etwas Schatten spenden könnten.
Dann gehe ich, unter einer Autobahnbrücke her, die hier über die Staats-Straße geht. Ich wollte hier, im Schatten, eine Pause einlegen, doch der Verkehr hindert mich daran. So denke ich, gehe ich bis ins nächste Dorf, welches etwas abseits, der Landstraße liegt und setze mich dort, in den Schatten, eines Baumes und mache eine Rast.
Das Dorf heißt Torrione und besteht nur, aus alten, grauen, farblosen Häusern. Kein Baum und keine Bank. Die Kirche ist auch zu. So setze ich mich, am Ende des Dorfes, auf einen Mauervorsprung, der wenigstens etwas im Schatten liegt und pausiere dort. Ich trinke, den Rest, aus meiner Wasserflasche. Das Wasser schmeckt schon, wie Spülwasser und ist lauwarm. Trotzdem erfrischt es etwas.
Dann gehe ich, auf Feldwegen, immer entlang der Reisfelder, wieder zurück zur SS-596, passiere die Dörfer Brarola und Baditollo. Dörfer, die man am Besten, gleich wieder vergisst.  So komme ich nach Palestro, ein etwas größeres Dorf. Es liegt auf freiem Feld, in der prallen Mittagssonne. In der Nähe, der Kirche, gibt es eine Bar. Die Bar ist bevölkert, von Einheimischen, die hier ihre Siesta halten. Vor der Bar, stehen Tische und Stühle, unter einer Markise. Hier finde ich auch noch Platz. Am Nebentisch, steht ein Rucksack, auf einem Stuhl. Er gehört einer Schweizerin, die auch auf dem „Via Francigena“ unterwegs ist, nach ROM. Sie hält sich aber stur, am beschriebenen Weg und geht so meist, auf Feldwegen, durch die Reisfelder.
Nachdem die Schweizerin weiter gezogen ist, setzt sich ein älterer, kleiner, weißhaariger, Mann zu mir. Er ist von Beruf Maler und ist schon, wie er sagt, durch ganz Europa gezogen und hat überall seine Bilder gemalt. Er ist 84 Jahre alt. Er erklärt mir, den weiteren Weg, nach Robbio und so gehe ich weiter, nach Robbio.

Kirche und Zitadelle in Robbio


In Robbio treffe ich die Schweizerin wieder. Sie sitzt in einer Bar. Ich gehe aber weiter, bis ins Zentrum und bekomme, im „Hotel Moderno“ ein Zimmer. Als ich dann später, beim Abendessen, im Hotel sitze, gesellt sich die Schweizerin zu mir.
Sie hat hier ebenfalls, ein Zimmer bekommen. So kann ich mich noch mal, nach langer Zeit, in Deutsch unterhalten.
Gegen 21.oo Uhr, ist dann für mich, Bettruhe angesagt. Wieder geht ein heißer Tag zu Ende. 34 km sind zurück gelegt.
Gesamtkilometer bisher:  ca. 1.178,2 km

44.Etappe-17.06.2009-Robbio-Garlasco.ca.36km
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Canavese San Germano
Cascine de Stra
Hazienda in den Reisfeldern
Monumento vor Citta di Palestro
ein 84 jähriger Kunstmaler und Willi bei der Siesta in Citta di Palestro
Im Zielort Robbio