Montag den 15.06.2009


42. Etappe: Von Palazzo Canavese nach San Germano ca. 31 km

Heute gab es, nach mehreren Endtäuschungen, oder sogar gar nichts, wieder mal ein richtig gutes und reichhaltiges Frühstück, mit Ei und allem was dazu gehört.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man in den Bed & Breakfast Einrichtungen, immer sehr gut aufgehoben ist. Es handelt sich hier, um private Zimmervermietung.
Die Zimmer sind sehr gut ausgestattet, mit allem was man so braucht, mit Fernseher, Dusche und WC und manchmal sogar Swimmingpool, im Garten. Bisher waren es immer, ganz neue Zimmer, die ich bezogen habe. Dann gibt es hier ein gutes und ausreichendes Frühstück. Es handelt sich hier, um eine englische Einrichtung und stimmt einfach, im Preis-Leistungsverhältnis. In jedem Fall empfehlenswert.
Da ich heute etwas früh dran war, bin ich bereits um 07.4o Uhr, wieder auf dem Weg. Ich laufe auf Wegen, die durch schöne Wiesen führen, zurück zur SS-228, um dort weiter, nach Viverone zu gehen.  -  Piverone ist der nächste Ort, den ich erreiche. Ich gehe jedoch daran vorbei, da Piverone am Berg liegt und neben der Landstraße. Dann geht es weiter, nach Viverone, was am Lac Viverone liegt. Es ist eine typisch, italienische Stadt, mit einer engen Hauptstraße, auf der jeder, mit seinem Auto so fährt, wie es ihm gerade passt.  Hier komme ich an einer Post vorbei.
Die richtige Gelegenheit, um alles, was ich nicht mehr benötige, nach Hause zu schicken. Es dauert ca. 1 Std. bis ich meinen Anorak und einige Kleinigkeiten, wie Straßenkarten u.s.w. verpackt habe und mit der Post, auf die Reise nach Deutschland geschickt habe. So kann ich jetzt, mit etwas weniger Gepäck und damit weniger Gewischt, auf dem Rücken, weiterziehen.
Hier blühen die Blumen, in einer verschwenderischen Pracht, am Straßenrand.
Ich gehe ein Stückchen am See „Lac Viverone“ entlang, der etwas entfernt liegt und entferne mich dann wieder von ihm. Als nächstes, gehe ich an Rappolo vorbei. Hier an der großen Straßenkreuzung unterhalb des Dorfes , gibt es einen schön angelegten Pilgerrastplatz. Er wurde von der Via Francigenagesellschaft angelegt. Hier mache ich eine Pause und gehe dann weiter.
Ich komme dann nach Cavaglia, in dem es ein schönes Kastello gibt. Ich erreiche die Kirche und passiere ein Stadtschloß.

Cavaglia mit Kastello und Kirche


Am Ortsende, wo ich dann wieder auf die SS-134 treffe, biege ich nach rechts ab. Hier befindet sich ein großer Friedhof, mit einer großen Kirche.
In dieser Gegend erreichen die Kirchen Dom-ähnliche Größen und Abmessungen. So wandere ich, auf der SS-134 entlang, nach Santhia. Vor Santhia folge ich mal wieder, den Wegmarkierungen der Via Francigena und werde weit weg, von der Landstraße, durch Felder und an Bewässerungskanälen entlang geführt. Ich passiere einen vergammelten Wald, in dem es nur so von stechenden Insekten die wimmelt.
Der Weg, durch den Wald, ist so schlecht, dass er schon eine Zumutung ist. Danach komme ich aus dem Wald heraus, überquere auf einer Brücke, eine Autobahn und laufe weiter, über Feldwege, bis ich wieder auf die SS-134 treffe. So laufe ich bald, nach Santhia hinein und mache hier Rast.
Dann ziehe ich weiter, aber auf der Landstraße. Die Sonne brennt unerbittlich vom Himmel. Rechts und links, neben der Landstraße, erstrecken sich geflutete Reisfelder.
Hier hat es dadurch, eine recht hohe Luftfeuchtigkeit. Ich bin nass, vom Schweiß. Als sei ich durch Regen gelaufen. Die Sonne scheint mir immer, von Vorne, ins Gesicht.
Nach ca. 8 km erreiche ich dann „St.-Germano-Vercallese“. In der „Albergo - Le Miniere“, die direkt an der Durchgangsstraße liegt, bekomme ich ein Zimmer. Ich gehe, nach meinen täglichen Arbeiten, in die Stadt und versuche, hier erneut Geld zu ziehen. In Santhia, in einer Bar, hatte ich erst was gegessen und Helga angerufen. Dann hatte ich zum ersten Mal versucht, Geld in Italien, am Automaten, zu ziehen.  -  Es klappte nicht!  -  Hier geht es auch nicht!  -  Jetzt bekomme ich aber langsam Bammel. Heute kann ich meine Rechnung noch bezahlen, aber was wird morgen?   -  Ich probiere dann auch, meine Master Cart, von meinem holländischen Konto.  - Geht auch nicht!  -  Zurzeit ist die Bank geschlossen. Muss ich eben später noch einmal versuchen.  -  Außer mir, versuchen auch Einheimische, an Geld zu kommen.  –  Auch Fehlanzeige!  -  Das beruhigt mich etwas.
Ich gehe durch die Stadt und sehe mir die Kirche an, esse dann auf der Piazza ein Eis und versuche, mich im Schatten aufzuhalten. Nach 16.oo Uhr, gehe ich noch einmal zur Bank. Ich gehe aber gleich hinein und melde meine Reklamation.
Hier werde ich dann aufgeklärt. Man erklärt mir, dass der Central-Computer abgestürzt ist und man zurzeit, in der ganzen Region, kein Geld ziehen kann. Ich gehe dann zurück, zur Albergo, esse dort noch ein Panino und hoffe, dass ich mir Morgen, neues Geld ziehen kann, - denn ich bin blank. -  Zum Glück, konnte ich heute, noch alles bezahlen.
Bei strahlendem Sonnenschein und brütender Hitze, bin ich heute ca. 31 km gelaufen. Bis auf die stechenden Schmerzen, am rechten Fuß, nach ca. 20 km, die mich dann zwangen, 1 Std.  Rast einzulegen, geht es mir gut.

Gesamtkilometer bisher:  ca. 1.144,2 km 

43.Etappe-16.06.2009-Canavese-San.Germano-Robbio.ca.34km
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Hospitalero
Piverone
Viverone
Roppolo
Friedhofskirche von Cavaglia
Kapelle zwischen den Reisfeldern
Kirche und Marktplatz von San-Germano.

Hier ist das heutige Etappenziel erreicht.