Sonntag den 14.06.2009


41. Etappe: Von Pont St.-Martin nach Palazzo Canavese ca. 30 km

Wenn ich heute Morgen, um 06.oo Uhr, aus dem Fenster schaue und das Wetter sehe, dann ist das ein guter Tagesanfang. Blauer Himmel und die Sonne scheint schon ins Tal hinein. Um 7.oo Uhr, wird der Tag aber schon etwas getrübt. Gestern gab es, ein schlechtes Frühstück. Da denkt man, es geht nicht schlechter.  -  Fehl gedacht!  -  Heute gibt es  -  gar kein Frühstück. Das ist gar nicht gut! Ich kann - nur eine Tasse Kaffee - bekommen und bin schon 5 Minuten später, auf der Straße.
Dann gehe ich links, über den Fluss und schaue mir dabei, noch einmal den Ponte Romano an. Danach ziehe dann, durch die Stadt weiter, in Richtung Süden, bis ich wieder auf die ss 26 stoße. Hier wandere ich nun weiter, durch das Aostatal.
Die Berge verlieren nun langsam an Höhe. Die schneebedeckten Gipfel, treten weit zurück und das Tal wird nun langsam breiter. Heute, am Sonntag, ist noch nicht viel Betrieb, auf der Straße. Ich glaube aber, das wird sich in der nächsten Stunde noch ändern.
Rechts von mir, über dem Fluss, thront wieder eine Burg, Bei Carema steht noch eine Burg, im Berg und vor Cresnola, steht ebenfalls eine Burg. Über Settimo-Vittone und Montestrudo überragt eine schöne, alte Festung, das Tal. Nach weiteren 8 km, treten die Felsen, auf der rechten Seite zurück und es öffnet sich, wie ein breites Tor, das Alpen-Massiv. Damit ist die Alpenüberquerung erfolgreich abgeschlossen.
Ich habe nun das Aostatal hinter mich gelassen und bin sehr froh darum. Die vielen Blumensträuße, Kreuze und Gedenktafel, die sich bis zum Ende hin, auf über 50 summierten, deprimierten mich sehr.
Ab jetzt, bewege ich mich, in der Provinz Piemont. Die Berge, bleiben mir aber, auf der linken Seite, erhalten. Es stehen auch weiterhin Burgen, auf den Bergen, und geben Zeugnis von der Feindseligkeit, der Menschen, in früheren Zeiten.
In San Germano war ein Supermarkt geöffnet. Hier habe ich mir dann, mein Frühstück zusammen gekauft. Ich musste aber noch bis Montaldo Dora gehen, bevor ich einen geeigneten und schönen Platz, zum  frühstücken und eine geeignete Bank, im Schatten, gefunden hatte. Bei der Pause, schweift mein Blick, über die Umgebung. Ich bin hier in einem Gebiet, dass für Bergsteiger ein Eldorado ist.

Das Kastello beherrscht das ganze Tal, der Ponte Vecchio und das Kastello Ivrea


Als ich heute, zu Hause anrufe meldet sich Mandy. Sie und Alexa sind bei Oma in Hoven. Das ist schön so.  -  Nachdem ich die Kirche und die Burg fotografiert habe, ziehe ich gegen 11.oo Uhr weiter, nach Ivrea.
Im Dorf wurde ein Fest gefeiert, denn eine Blasmusikkapelle stand vor der Kirche und es stand auch ein Festzelt im Dorf. Es war bereits Mittag, als ich Ivrea erreicht hatte. Auch Ivrea wurde einst, von einem großen Kastello beherrscht. Ich gehe durch die Altstadt und mache an einem Obststand noch eine Pause, dann gehe ich weiter.
Die Sonne steht bereits hoch, im Zenit und brennt unerbittlich herab. Es wird Zeit, eine Unterkunft zu suchen. Nachdem ich zunächst Burdo, dann Bollengo (auch hier gibt es ein Kastello) und auch Palazzo Canavese  passiert habe, biege ich von der Landstraße SS-228 nach links ab, in Richtung  Piverone. Hier gibt es ein Restaurant, in dem auch Fremdenzimmer vermietet werden.  -  Wie konnte es anders sein?  –  „Geschlossen“. Verärgert, gehe ich nach rechts weiter und komme bald nach Palazzo Canavese. Ich gehe durch den Ort, in Richtung Kirche. Auf dem Dorfplatz, eine kleine Kneipe.  -  Auch geschlossen. Ich gehe weiter, in Richtung Kirche, um sie mir an zusehen,  -  habe ja nichts zu versäumen. Nun entpuppt sich, dieses Dorf, als ein großer Ort, von beachtlichem Ausmaß. Ich denke mir, ich gehe von hier aus zur SS-228 zurück und noch die 8 km weiter, nach Viverone.
Doch kurz vor der SS-228, stoße ich auf eine Querstraße. Rechts macht eine Pizzeria Reklame. Dann steht da noch ein Schild, mit dem Hinweis, auf das Bed & Breakfast - Haus „Salamander“.  -  Ich beschließe:  -  Das soll für heute meine Unterkunft sein.  -  Ich drehe um und gehe zurück, durch den Ort. Hier frage ich vorsichtshalber, noch einmal nach dem Weg und gehe dann, ca. 2 km, durch Wiesen und Wald, an einem Pferdestall vorbei, bis ich weit außerhalb vom Dorf, zum Bed & Breakfast - Haus „Salamander“ komme.

Mein Etappenziel: Bed & Breakfast "Salamander"


Hier bekomme ich ein schönes, neues Zimmer. Die Wirtsleute sind für meine Begriffe, etwas ausgeflippt, aber doch sehr sympathisch.
Ich rufe zu Hause an. - Helga ist noch zu Hause. Sandra wollte sie um 14.3o Uhr, zum Grillen abholen.  -  Typisch Sandra.  -  Jetzt ist es  bereits 15.3o Uhr.  -  Zu Hause, in Hoven, regnet es. Hier ist es drückend heiß. Es sieht nach einem Gewitter aus. Abends hat sich der Himmel dann zugezogen und es kann jeden Moment anfangen, zu regnen. Egal.  -  Ich bin ja im Trockenen. Wieder bin ich meinem Ziel 30 km näher gekommen.
Gesamtkilometer bisher: ca. 1.113,2 km

42.Etappe-15.06.2009-Palazzo.Canavese-San.Germano.ca.31km
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Pont St. Martin
Carema
Montaldo Dora
Bollengo, Palazzo Canavese
Piverone
Ich laufe nun durch die Province Piemont und wandere so langsam in die Po-Ebene ein. Die Alpen liegen schon hinter mir