Montag 08.06.2009


35. Etappe: Von Saint Maurice nach Orsieres ca. 38 km

Heute Morgen, gibt es ein gemeinsames Frühstück, mit den Mönchen und allen Helfern. Das Frühstück war nicht der Rede wert. Na-Ja,  -  Ein Mönch ist eben genügsam. Wie heißt die Regel im Kloster?  -  „Bete und arbeite!“  -  Nach dem Frühstück, hätte ich einfach den Schlüssel abgeben und gehen können. Doch ich habe darauf bestanden, zu bezahlen, da man hier sehr stark, auf Spenden angewiesen ist.
Um 08.15 Uhr, war ich dann wieder auf der Straße, in Richtung Martigny unterwegs. Mein Weg, führt mich zunächst durch die Stadt und dann wieder auf die Landstraße, Richtung Süden. Ich benutze wieder den Radweg, neben der Straße und komme an verschiedenen Dörfern, längs der Landstraße, vorbei.
So ereiche ich Vernayaz, wo ich meine erste Pause mache und Helga anrufe. Es tut immer gut, mit ihr zu sprechen und zu hören, dass es auch ihr gut geht. Dann ziehe ich beruhigt weiter, denn es ist noch ein weiter Weg, den ich heute zurück legen will.
Ein großer Wasserfall, vor Vernayaz, ist noch weit, hinter der Stadt, zu sehen.
Nach weiteren 4 km erreiche ich Martigny. Unterhalb einer Burg, die am Anfang der Stadt, hoch am Berg steht, mache ich Rast. Die Burg ist so platziert, dass die einstigen Burgherren, auch in das nächste Tal, rechts hinein, gute Sicht hatten. So gehe ich quasi, um die Burg herum, um wieder in die richtige Richtung zu gelangen. Bei der Rast, lege ich eine neue Speicher-Karte in den Fotoaperrat ein, kürze die Beine meiner Hose und ziehe mir den Anorak aus. Die Sonne ist zwar noch, hinter den Wolken verborgen, aber es ist schon sehr warm. Ich wandere dann weiter.
Den Fluss Drance, überquere ich, auf einer schönen, alten Holzbrücke. Dann durchquere ich die Stadt und biege dann, vor der Kirche, nach rechts ab, in Richtung  „Col du Grand-Saint-Bernard“.

Martigny


Mein weiterer Weg, ist gesäumt von hohen Bergen, die bis zu 2.900 m in den Himmel ragen. Es ist faszinierend, zu sehen, wie sich die Dörfer und Höfe, an die Hänge anschmiegen.
Ich verlasse die Stadt und weiß jetzt, dass ich nun im Anstieg, auf den „Grand Saint Bernhard“ bin, um jetzt und hier, die Alpen zu überqueren. Ich gehe nach Sambrancher, immer auf dem Radweg, neben der Straße. Hier passiere ich verschiedene Dörfer und laufe durch Tunnel und auf schmalen Brücken, über tiefe Schluchten. Ich vermeide es tunlichst, in die Schluchten hinein zu schauen. In den Tunnel ist es echt unangenehm wenn mir LKW entgegen kommen.
Unterwegs treffe ich auf einen Obststand, hier kaufe ich mir, zur Stärkung, ein Pfund Erdbeeren. In Sambrancher mache ich noch eine kurze Rast und esse dort meine Erdbeeren. Dann mache ich mich wieder, auf den weiteren Weg, nach Orsieres.
Es sind nur noch 6 km bis dort hin. Auf halbem Weg, erreiche ich das Dorf La Douay. Ich will jedoch morgen auf dem Pass sein, sonst wäre ich heute sicher hier geblieben. Hier gibt es ein B&B - Haus und ein Hotel.
So ziehe ich also weiter, den Berg hinauf. Ab und zu, höre ich den Alpenexpresszug - (die Regionalbahn)  -  pfeifen, wenn sie herauf fährt. Die Berggipfel haben sich inzwischen in dichten Nebel gehüllt. Doch kurze Zeit später, gelange ich nach Orsieres, meinem Tages-Ziel. Es ist ein etwas größeres, aber typisches Bergdorf. Hier gibt es kaum einen Quadratmeter, der gerade ist. Enge Gasen, alte Häuser, ohne Farbe, ein Fluss stürzt hier den Berg hinunter und wird, auf einer alten Holzbrücke, überquert. Der Fluss Dance, teilt das Dorf in zwei Teile.

Orsieres Holzbrücke über die Trance Pfarrkirche


Ich bekomme im „Hotel Del Union“ ein Zimmer. Nach dem ich geduscht habe, gehe ich noch ins Dorf, um etwas zu essen. Hier lese ich, dass am 19.07.2009 die Tour de Franc hier durch fahren wird. Genau diese Strecke, bis Aosta, die ich hier zu Fuß gehe.
Es war heute ein schwerer Tag. Mal mehr, mal weniger schwer. Aber es ist sehr schön, hier oben, im Hochgebirge. Mal sehen, was noch auf mich zukommt, in den nächsten Tagen.
Noch 25 km, bis zum Pass!   -   Das ist machbar!   -   Aber bestimmt nicht leicht!
Ich schreibe an Manuela, Mandy, Alexa und Sandra ein paar Karten und dann geht es in die Falle.
Und wieder, sind es 38 km geworden.
Gesamtkilometer bisher: 953 km

36.Etappe-09.06.2009-Osieres-Bourg-Saint-Pierre.ca.14km
zurueck-zum-Anfang der Seite
Saint Maurice
La Balmaz
Cascada de la Pissevache
Evionnaz
primitive Brücke über die Trance
Les Valettes
Bovernier
La Douay
Der
Saint Bernhardino-Express