Sonntag den 07.06.2009


34. Etappe: Von Montreux nach Saint Maurice ca. 37 km
      
Es hat geschneit!  -  In der vergangen Nacht, ist oben, in den Bergen, frischer Schnee gefallen.
Um 06.oo Uhr stehe ich auf und mache alles fertig, zum Abmarsch.
Um 07.3o Uhr gehe ich runter, zum Frühstück. Dann beginnt der neue Wandertag. Gestern Regen und starker Wind. Heute klarer Himmel und die Sonne scheint. Aber es ist kalt. Darum ziehe ich die lange Hose wieder an, die ich seit Tagen, nicht mehr gebraucht habe. Sie hat aber, wie ich feststellen muss, schon bedenkliche Gebrauchsspuren.  -  Nun, es wird Zeit, dass ich über die Berge und dann in die Wärme komme. Dann kann ich die Sachen entsorgen, die zu warm sind, oder nach Hause schicken. Diese Maßnahme wird dann auch meinen Rucksack merklich erleichtern. Das Profil, unter meinen Schuhen, hat auch schon beträchtig abgenommen. Diese werde ich aber so lange tragen, bis sie ganz durchgelaufen sind.
Ich bin nun auf dem „Pilgerweg  -  Via Francigena“ unterwegs. Er führt mich, am Ufer des Genfersees entlang. Dabei passiere ich, die Wasserburg „Chateau Chillon“ aus dem 11. Jh. und erreiche bald den Ort Villeneuve, anschließend Pre und Roche, dann Versvey. Über Yvorne erreiche ich, gegen 11.oo Uhr Aigle. In der Bahnhofshalle, ist es warm und es ist hier der richtige Ort, um meine wohlverdiente Pause einzulegen.
Es ist Sonntag und ich rufe meine Olle an. Manuela, Mandy und Alexa sind auch da. Schön für die Olle, wie sich die Familie um sie kümmert.
Ich will noch bis Bex gehen. Unterwegs treffe ich, in Oron, auf ein Radrennen. Ich gehe nun durch ein breites Hochtal und passiere die Orte Aronaux, Arnon, Villy, Criblet, La Cambe, Les Fonttaihes, Sala Abbaye, Vers les Moulins, Les Devens, La Colchide und La Combe, dann erreiche ich Bex. Es ist mir noch etwas zu früh, um hier zu bleiben. So gehe ich, nach einer kurzen Pause, die ich in einer Gartenlaube mache, weiter nach Saint Maurice.
Ich befinde mich hier jetzt bereits im „Wallis“. Hier sind die meisten Leute protestantischen Glaubens. Man spielt sich hier jedoch gegeneinander aus. Die Katholiken gegen die Protestanten. Saint Maurice ist quasi die unsichtbare Grenze. Danach geht man wieder, in ein rein katholisches Gebiet hinein. Die Menschen achten jedoch einander. Es ist nicht so, wie in den 70ger Jahren, in Belfast, in Irrland.
So wie in Aigles, gibt es auch vor Saint Maurice eine große Festung. Hier muss ich über eine mittelalterliche Brücke, über den Französisch-Schweizerischen Fluss Rhone gehen.
Dann gelange ich in die Stadt Saint Maurice. Es gestaltet sich wieder recht schwierig, ein Zimmer zu bekommen. Zum Glück, treffe ich ein älteres Ehepaar. Ich habe meinen Pilgerbrief in der Hand und frage nach dem Pastor in der Stadt. Die beiden Herrschaften nehmen mich mit. Es sind freiwillige Helfer, im Franziskanerkloster. Hier helfen sie, nur für Kost & Logie, also für Verpflegung und Zimmer. Sonst keine Bezahlung. Sie melden mich bei Pförtner an, der auch Mönch des Klosters ist. Dieser geht dann mit meinem Pilgerbrief zum Abt. Kurz danach, habe ich ein schönes Einzelzimmer, mit Vollpension.  -  Und das Alles kostenlos.
Beim Abendessen sitze ich dann hier, zwischen 7 Franziskaner-Mönchen und 3 Helfern. Es ist eine fröhliche Runde und es macht richtig Spaß, hier im Haus zu wohnen.
Saint Maurice
ist ein Wallfahrtsort. In der Wallfahrtskirche, war heute eine Wallfahrt von Afrikanern, die mit vielen Bussen angereist waren. Wie ich erfahren konnte, kommen sie jedes Jahr, einmal hier zusammen. Es sind alle Farbige, in ihren typisch, Afrikanischen Trachten. Zwei Bongo-Kapellen waren mit dabei. Sogar der Bischof war anwesend. Es war ein wirklich tolles, buntes Bild, als sie dann draußen, vor der Kirche, standen. Als alle die Kirche verlassen hatten, bin ich auch mal in die Kirche gegangen.
Der Küster war  gerade dabei, mit seinen Helfern, die Spuren zu beseitigen. Vor dem Altar, stand ein großes Bild, eines Afrikaners, welches die Gruppe mitgebracht hatte. Der Küster, nahm das Bild einfach weg und stellte es, zu den anderen, abgeräumten Sachen. Da kommt ein kleines, altes Männlein, in die Kirche. Er sieht das Bild, nimmt es und stellt es wieder zurück, vor den Altar.
Dass der Küster ihm daraufhin nicht das Bild hinterher warf, war wohl das Mindeste. Es sah für mich, wirklich so aus, als seien sie alle froh, dass die Afrikaner endlich weg waren.

Pfarrkirche in Saint Maurice


Ich gehe dann zurück, zum Kloster und sehe mir das Gebäude, von innen an. Dabei gehe ich auch, in den Kirchenraum, im Inneren des Klosters. Die Mönche sitzen gerade beim Abendgebet. Ich bleibe einfach da und höre ihnen bei ihren Gesängen und Gebeten zu. Obwohl ich kein Wort verstand, hat es mir gut gefallen.
Nun mache ich aber mein Tagebuch zu und mache Feierabend. Heute waren es, bei schönem, sonnigem Wetter, ca. 37 km

Gesamtkilometer bisher: ca. 915,5 km

35.Etappe-08.06.2009-Saint Maurice-Orsieres.ca.38km
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Helga sagen, dass es in den Bergen geschneit hat.
über dem See und der Burg, ist in den Bergen, der neue Schnee zu sehen
Villeneuve
Aigle
Bex
über die Rhone zur Burg
Meine Unterkunft, das Gästehaus des Klosters und die Kapelle
Hier konnte ich wieder meinen Pilgerbrief einsetzen, um eine Unterkunft zu bekommen.