Samstag den 06.06.2009


33. Etappe: Von Mondon nach Montreux ca. 40 km

Der Tag fängt schon ganz schlecht an. Um 05.oo Uhr, Blick aus dem Fenster,  -  Regen! Um 06.oo Uhr  -  Regen!  Um 07,oo Uhr  -  Immer noch Regen!   -   Heute wollte ich eigentlich  früh weg, da ich schon um 07.oo Uhr zum Frühstück kann und somit hätte spätestens, um 07.15 Uhr auf der Landstraße sein können. Bei diesem strömenden Regen lasse ich mir aber Zeit. Wenn das so weiter geht, mache ich hier einen Tag Pause. Denn durch den strömenden Regen, gehe ich nicht weiter!  -  Im Wetterbericht, wurde für die Schweiz, flächendeckend Regen angezeigt. Nur eine kleine Ecke, in der Nähe des
Genfer See`s, dem „Lac Le mon“, dort, wo ich mich jetzt befinde, zeigte die Wetterkarte ein Loch, in den Wolken, durch dass der blaue Himmel, sichtbar war. Um 07.45 Uhr, sitze ich dann doch beim Frühstück und plötzlich scheint die Sonne. Damit steigt dann sofort meine Laune und ich verlasse, gegen 08.15 Uhr, nachdem ich das Zimmer bezahlt habe,
das „Hotel de la Gare“.
Weil ich mir am Abend, wenn ich noch ein wenig durch die Orte spaziere, immer auch schon den Weg und die Richtung anschaue, den ich dann, am anderen Morgen gehen muss, bin ich auch heute, wieder zügig, auf der Straße, in Richtung Süden unterwegs. Ich finde gut und schnell aus Mondon hinaus. Zwischendurch tröpfelt es immer noch ein wenig. Bei den wenigen Wolken, die jetzt noch am Himmel ziehen, ist das Ganze aber nicht der Rede wert.
So erreiche ich bald den Stadtrand und eine Kreuzung, an der sich die Wege trennen. Hier steht auf dem einen Schild:  „Lausanne 26 km“. Die Straße geht nach links ab. Auf einem anderen Schild steht: „Montreux auch 26 km“. Eigentlich wollte ich nach Lausanne, um von dort aus, dem Pilgerweg „Via Francigena“ zu folgen.
Es ist dies der berühmte Pilgerweg, der von Canterbury, in England, nach ROM führt.
Wenn ich also, so dachte ich, direkt nach Montreux gehe, spare ich einen Tag ein, zumal es ja, von hier aus, auch 26 km sind.  -  Welch ein Irrtum!  -  Von wegen 26 km-  So wandere ich nach links und über eine Brücke, auf der dann die Landstraße sofort ansteigt, bis hoch auf dem Berg.
Vor dem nächsten Dorf, geht es dann leicht abwärts weiter, in ein Hochtal, in Richtung Oron. Ab hier, geht es auch, lange Zeit, leicht bergab. Von den Berghängen, höre ich links und rechts, das Gebimmel der Kuhglocken,  der weidenden Kühe. Jetzt fehlen nur noch Heidi und der Geißen-Peter dann ist die Idylle perfekt, denn der Alphöi, ( also ich ) läuft hier, auf der Straße herum.
In Oron mache ich dann Pause und rufe zu Hause an, um Helga zu sagen, dass ich auf Abwegen bin. Damit ist sie dann wieder informiert und auf dem Laufenden. Ich sitze hier, in Oron, nachdem ich mir, im Supermarkt, eine Flasche Wasser gekauft habe, mitten im Dorf, auf einer Bank, die genau an einer schmalen Ecke steht. Die Passanten müssen sich mühsam vorbeiquetschen. So eng ist das hier. So bleibe ich nicht lange sitzen und gehe weiter.
Ich wandere dann, durch verschiedene kleine Dörfchen, der Schweizer Berge und komme recht bald nach Attalens. Hier mache ich, in einem Bus-Wartehäuschen, nochmals eine Pause. Das Wetter hält sich. Aber ich ziehe den Anorak noch nicht aus, da es am Himmel, sehr unbeständig aussieht. Dann ziehe ich langsam weiter und sehe, hinter dem Dorf, zum ersten Mal, den See „Lac Lemon“ (Genfer See). Er liegt ganz unten, tief im Tal und dahinter sehe ich die Dörfer, die sich an den Hängen angesiedelt haben. Darüber hinaus, die schneebedeckten Berge, des Hochgebirges. Von hier aus, ist nicht abzuschätzen, wie weit es noch bis zum See und weiter, bis Montreux ist. So wandere ich, frohen Mutes, ob der Gewissheit, bald in einer Jugendherberge zu sein, auf der Landstraße weiter, bis zu einer Kreuzung, wo es nur rechts oder links geht.
Ich muss zu erst nach rechts, um dann gleich nach links, auf einen steilen Bergpfad abzubiegen, der dann, Gott sei Dank, hinab führt. Ich laufe immer steil bergab, über 1 Stunde  lang, bis ich dann endlich, die Stadt Vevey am Genfer See erreiche. Hier wende ich mich nun nach links, in Richtung Montreux.  Ich wandere wieder aus dieser Stadt hinaus und komme auf eine Landstraße, die direkt am See vorbei führt. Jetzt habe ich noch 7 km vor mir, bis Montreux.
Es ist ein nicht enden wollender Weg, durch die Vororte, von Montreux. Zwischendurch regnet es schon mal wieder.  Die ganze Gegend erscheint, durch dass nun herrschende Regenwetter, grau in grau. In Vevey hatte ich mir den Anorak ausgezogen. Doch das Wetter schlug so schnell, in Regen um und wurde kalt, dass ich mir im nächsten Wartehäuschen, den Anorak wieder angezogen habe. Zum Glück, gibt es hier, alle paar 100 m, eine überdachte Bus-Haltestelle, in der ich mich etwas unterstellen kann. Man merkt hier nicht, wenn man von einem Vorort, in den nächsten wechselt, da die Bebauung nicht unterbrochen ist.
Ich muss ganz durch Montreux hindurch, bis in den nächsten Ort und dann auch hier, bis ganz ans Ende laufen, bevor ich die Jugendherberge erreiche.   -   Hier ist dann wieder warten angesagt, bis die Rezeption geöffnet wird.  -  Auch hier, kann man Vollpension buchen, was ich auch mache.
Nach dem Abendessen, lohnt es sich nicht, noch einmal vor die Tür zugehen, denn es weht ein heftiger, kalter Wind, aus der Richtung, in die ich morgen gehen muss. Er lässt schon erahnen, was morgen auf mich zu kommt.

Es ist ein nicht enden wollender Weg. Vom ersten Sehen, den Berg hinunter, durch Vevey nach Montreux. Dann bis an das Ende der Stadt, teilweise bei Regen, noch am See vorbei, bis zur Jugendherberge.


Heute waren es gut 40 km. Von wegen 26 km! Es ging durch Anfangs feuchtes Wetter, das sich aber bis Vevey hielt. Dann aber wurde es richtig mies. Trotzdem war es ein schöner, erfolgreicher Tag.
Es ist jetzt 19.4o Uhr und ich schließe mein Tagebuch. Ich klimpere noch etwas, auf meiner Gitarre herum und gehe heute früh ins Bett. Aber zuerst noch zum Abendessen.
Gesamtkilometer bisher: ca. 888,5 km

34.Etappe-07.06.2009-Montreuxs-Saint-Maurice.ca.37km
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bei leichtem Regen aus Mondon hinaus
vorbei an Ursy und einer Mühle, hoch in den Bergen
La Moille
Oron
Promasenz, alter Bauernhof
Attalens
an der Rue Derriere les Murs
da ist der See, jetzt geht es abwärts
auf dem Weg nach Nant