Freitag den 04.06.2009


32. Etappe: Von Avenches nach Mondon ca. 33 km

Nach einem guten Frühstück, welches es ab 07.3o Uhr gibt, bin ich um 08.oo Uhr wieder auf der Straße und gehe stadteinwärts, bis zum Kreisverkehr. Ab dann geht es nach rechts weiter, in Richtung Lausanne. Das Wetter ist heute wieder gut. Der Himmel ist mit Schleierwolken bedeckt. Doch dabei ist es noch sehr kühl. Aber gut zum wandern.
So verlasse ich nun diesen schönen Ort, in dem sich bereits die Römer sehr wohl gefühlt haben müssen und wandere nach Domdidier. Ich ziehe mir, bei der nächsten Bank, am Automaten, noch ein paar Schweizer Franken und hoffe, dass ich damit, bis Italien hinkomme, wo ich ja dann wieder mit Euro bezahlen kann. Hier kann man natürlich auch mit Euro bezahlen, bekommt aber dann das Wechselgeld in „Fränkli“ zurück.
Im Supermarkt kaufe ich Sonnencreme. Ich brauche aber auch neues Verbandszeug, Rasierschaum und Zahncreme müssen auch noch mit. Aber nur in kleinen Größen. Diese bekomme ich hier leider nicht. Muss ich dann eben in der nächsten, größeren Stadt einkaufen.
Dann geht es weiter, nach Dompierre und an Corcelles und Payerne vorbei, die etwas abseits der Straße liegen. Hinter Payerne, komme ich an einem großen Golfplatz vorbei. Hier sucht gerade ein älteres Ehepaar, den Golfball, im hohen Gras. Der Mann scheint wohl einen Fehlschlag gemacht zu haben, denn SIE ist gerade dabei, ihn ordentlich zusammen zustauchen. Da die Beiden französisch sprechen, verstehe ich natürlich nicht, was sie sagt. Er versucht sich aber, tapfer zu wehren.
Hinter dem Golfplatz, wurde an einer ehemaligen Tankstelle, ein Cafe eingerichtet. Hier lege ich nun meine Pause ein und rufe zu hause Meine Helga an. Dann ziehe ich, auf der Landstraße weiter. Immer auf der linken Seite und dem Verkehr entgegen.
Um 10.5o Uhr passiert es dann!  -  An einem Aussiedlerhof, steht im Vorgarten, der bis an die Landstraße reicht, ein Kirschbaum. -  Ein verlockender Anblick!  -  Ich überlege gerade, da diese Kirschen so verführerisch und dunkelrot, am Baum hängen, wie ich daran kommen könnte.   -   In der Bibel steht es schließlich:
„Unser himmlischer Vater ernährt sie alle“.
  Ich komme mit dem linken Fuß, auf den Kantstein, der die Straße begrenzt,  -  stolpere und liege nun zum 2. Mal, auf dieser Pilgerwanderschaft,  mit allem, was ich dabei habe, auf der  Schn…  -  Nase.
Ich hatte ja gerade eben, seit 2 Tagen, keine Schmerzen mehr. So habe ich jetzt, am rechten Knie, Abschürfungen.  -  Sooonst nichts!  -  Geht also.  -  Hat noch Mal gut gegangen.  NAJA!  Wenn man so vor sich her trottet, hebt man einfach nicht mehr die Füße höher, als unbedingt nötig und man verkrampft dann irgendwie dabei. ODER?  -  So legt man sich halt, bei einem Verstolperer direkt hin, da man zu langsam reagiert.  -  Ich versuche, mir selber, ein paar passende Ausreden zusammen zu basteln.  -  Oder wollte mir vielleicht, da jemand beibringen, dass ich den Bibelspruch, für mich, etwas zu großzügig auslege?  War aber, für mich, gerade passend!  Und wollte, dieser Jemand, diesen Frevel gleich im Kein ersticken? Darum schickte er mich, zur Buße, gleich auf den Boden?  -  Wer weiß?  -  Es war ein Denkzettel!  -  Ich kann aber weiter und so gehe ich nun, in das bereits merklich bergiger und  hügeliger werdende Bergland der Schweiz.
So ereiche ich dann den Ort Matgand und mache hier eine ausgiebige Rast. Rechts, am Hang, steht eine Burg. In dem Augenblick vermisse ich meinen Wanderstock. Denn ein paar kleine Truthennen kommen mir entgegen. Es fehlt jetzt noch, dass auch die alten Hennen kommen. Dann bin ich, ohne Stock, ziemlich aufgeschmissen.  -  Die Begegnung, mit den Truthennen, auf dem Jakobsweg, ist mir noch in guter Erinnerung. Die greifen an, wo sie nur können.
Doch es geht alles gut und ich gehe weiter, nach Lucen. Ein schönes Dorf, eng an den Hang gebaut, wird ebenfalls, oberhalb, von einer herrlichen Burg beherrscht. Leider steht ein großes Werk davor, dass hier die ganze Luft verpesstet.
Ich gehe dann weiter, nach Mondon. Der Himmel hat sich etwas zugezogen. Trotzdem ist es drückend heiß. Ich hoffe, dass ich die letzten 4 km, bis Mondon, noch trocken durch komme. Bisher habe ich immer Glück gehabt und bin nicht nass geworden. Ich habe bisher immer noch rechtzeitig, meine Unterkunft erreicht. Nun, - auch heute, klappt das wieder und ich bekomme, im Bahnhofshotel, ein Zimmer.
Nachdem ich meine täglichen Arbeiten erledigt habe, gehe ich nun die Teile einkaufen, welche ich unbedingt brauche. Heute kaufe ich mir mal etwas zu essen und nehme es mit aufs Zimmer. Dort mache es mir dann gemütlich. Zwischenzeitlich hat es dann begonnen, zu regnen.

Mondon, mein heutiger Ziel- und Etappenort, Kirche und das Hotel Gare


Nachdem ich mein Tagebuch geschrieben habe und für morgen alles vorbereitet habe, gehe ich zu Bett. Heute waren es, bei wechselhaftem Wetter, bis Mondon ohne Regen, aber sehr warm, ca. 33 km.

 Gesamtkilometer 848,5 km

33.Etappe-06.06.2009-Mondon-Montreux.ca.40km
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Domdidier
Matgand
Lucen
Morgen gehe ich hinter Mondon, nach links, über die Berge, in Richtung Montreux.