Donnerstag den 04.06.2009

31. Etappe: Von Kappelen nach Avenches ca. 35 km

Um 07.oo Uhr sitze ich zusammen, mit Fam. Gfeller am Frühstückstisch. Mein Rucksack ist, mit der frisch gewaschenen Wäsche, gepackt. Somit ist der typische Pilgergeruch wenigstens für ein paar Tage weg. Ich hatte, nach all den Schwierigkeiten, großes Glück, bei der Familie Gfeller unterzukommen. So haben sich die 5,5 km, die ich dafür in Kauf nehmen musste, wirklich gelohnt. Natürlich werde ich beim Frühstück eingehend befragt. So kommt es, dass ich erst gegen 07.45 Uhr abziehen kann. Frau Gfeller zeigt mir noch, wo der alte Römerweg, bis Avenches, durch die Felder, verlaufen soll. Der Weg führt mich, an Gemüse, Getreide, Obstfeldern und Gärten vorbei und zieht sich auf einer Ebene dahin.
Ich überquere dann den Kanal Aare. Um die Brücke zu erreichen, muss ich 2,5 km zurück laufen. Dann geht es aber wieder weiter, immer im Zick-Zack durch die Felder. Unterwegs hält neben mir ein Radfahrer und fragt mich, wo ich denn hin will und woher ich komme. Ich erzähle ihm meine Geschichte. Beim erzählen, wächst seine Achtung, vor mir und der Leistung so sehr, dass ich es in seinem Gesichtsausdruck, ablesen kann. Zum Schluss sagt er:
„Am liebsten würde ich jetzt mein Fahrrad hier stehen lassen und mit Dir gehen. Von so etwas, habe ich immer geträumt“.
Wir wünschen uns beide noch alles Gute und ziehen weiter, jeder seines Weges. Gegen Mittag, bin ich dann in Kerzers, wo ich eine Rast mache und zu Hause anrufe. Helga wartet schon, auf meinen Anruf.

alte Mühle in Montelier, der Murtensee


Danach ziehe ich weiter, durch die Felder, in Richtung Murten. Etwas später, in Montelier, gelange ich an den Murtensee. Hier mache ich, direkt am See, auf einer Bank, nochmals eine Pause. Dann wandere ich, direkt am See entlang, passiere dabei Murten und entferne mich wieder vom See. Jetzt gehe ich durch Meyriez und komme bald nach Found. Hier lege ich noch mal eine kurze Pause ein und gehe dann, die letzten 5 km nach Avenches.
(Mein heutiges Tages-Ziel)
Auf meinem Weg dorthin, sehe ich noch recht lange den Murtensee. Vor mir sehe ich bereits die hohen Berge, mit ihren schneebedeckten Gipfeln. Es sieht alles traumhaft und gleichzeitig auch etwas bedrohlich aus. Diese Berge, auf die ich mich unaufhaltsam zu bewege, sind die Berge, über die ich, wenn alles gut geht, in ca. 1 Woche, die Alpen überqueren werde.

weiter am See entlang, über Greng und Faoug nach Avenches


In der Jugendherberge bekomme ich ein Bett, muss aber auch hier wieder bis 17.oo Uhr warten, bis die Herberge öffnet. Hier nehme ich auch wieder, mit Abendessen und Frühstück.
Nach dem Essen, gehe ich noch einmal in die Stadt. Es ist eine sehenswerte, schöne, alte Stadt, mit einer imposanten Burg. Hier haben bereits die Römer deutliche Spuren hinterlassen. Es gibt hier auch eine Freilichtbühne aus der Römerzeit, wo jährlich große Aufführungen stattfinden. Es ist dann hier, in der Umgebung, DAS Ereignis des Jahres.
Dann gehe ich zurück, zur Herberge. In meinem Zimmer sind inzwischen noch 3 Schweizer eingezogen, die ihren Zivildienst ableisten und hier einen Lehrgang, an Kettensägen, im Wald absolvieren.

Jugendherberge in Avenches. Altes Waschhaus gegenüber der Herberge


Es sind lustige Burschen, aus der französisch sprechenden Schweiz. Sie wollen morgen wieder nach Hause fahren.
Heute war es, bei strahlendem Sonnenschein und einem kühlenden Wind, überwiegend auf flachen Feldwegen, ein schöner Wandertag, von ca. 35 km.

Gesamtkilometer bisher: ca. 815,5 km

32.Etappe-04.06.2009-Avenches-Mondon.ca.33km
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von Kappeln, auf dem alten Römerweg, über den Kanal Aare, in Richtung Avenches
vorbei an Siselen und Kerzers nach Montilier
am Murtensee
Rast am Murtensee
Murten
Avenses, Burg und Kirche