Dienstag den 02.06.2009


29. Etappe: Von Delemont nach Sonceboz ca. 37 km

Also in den Schweizer Bergen laufen die Uhren ruhiger und etwas anders. Man nimmt das alles nicht so genau und kennt hier keine Hektik. Aber unter Pünktlichkeit verstehen wir, in Deutschland, aber etwas anderes. Gestern sollte um 17.oo Uhr die Rezeption besetzt sein. Es wurde 17.2o Uhr. Heute stehen die Gäste vor dem Frühstücksraum, der um 08.oo Uhr geöffnet sein soll. Auch hier wird es wieder 10 Minuten später. Das Frühstück ist sehr bescheiden. Auch nicht mit dem, in deutschen Jugendherbergen, vergleichbar. Es gibt Müsli, Quark, Marmelade und paar Stückchen Käse. Keine Brötchen, sondern nur Graubrot. Das schmeckt allerdings sehr gut. Frühstücksei, muss man sich selber kochen. Ist in der Schweiz halt so.
Denke mir: „Ich sollte, hier in den Bergen, auch nicht so hohe Ansprüche stellen. Ich bin schließlich als Pilger unterwegs“.
Nach dem Frühstück, verlasse ich die Jugendherberge und gehe stadteinwärts, bis zum  nächsten Kreisverkehr. Hier gehe ich scharf links, die Straße hinunter und überquere, auf einer Brücke, einen Schienenstrang. Dann bin schon aus Delemont hinaus.
Ich wandere durch Correndir und durch viele, kleine Dörfer, bis ich Montier erreiche. Ich laufe immer, an der Landstraße entlang, durch das Tal. Ein Bach und die Schienen, begleiten mich, auf meinem Weg. Von Montier geht es weiter, nach Court. Das Tal, durch das ich jetzt laufe, ist sehr eng und die Felsen hängen, bis über die Straße. Ich halte die Hänge immer im Blick, denn es könnte sich auch einmal ein Stein lösen, gerade in dem Moment, wo ich darunter bin. Es liegen schon genug Steine am Rand, die meine Vorsicht bestätigen.
Von Court geht es dann weiter, nach Tavannes. Hier muss ich aber, in der Apotheke, zuerst mein Verbandszeug ergänzen und auffüllen. Ich brauche sterile Kompressen, Heil und Wundsalbe, Salbe für meine Pickel und Pusteln, die ich seit Munsterlage auf den Beinen habe und Tabletten gegen das Jucken.
Auf dem Weg nach Tavannes, durchquere ich viele kleine Dörfer, die sich hier an die Hänge schmiegen. Jetzt zieht wieder ein Gewitter auf. Das geht hier, in den Bergen, ganz schnell. In Rekonvilier beginnt es dann zu regnen. Ich versuche, mich in ein Restaurant zu flüchten. –„Geschlossen“.  -   Zum Glück, gehört zum Lokal eine Boulbahn, die sich direkt, neben dem Haus befindet. Dort gibt es eine Hütte, in der ich mich dann unterstellen kann.
Nachdem sich der Regen verzogen hat, ziehe ich weiter und komme bald nach Tavannes.
Jetzt beginnt wieder das Drama, hier ein Zimmer zu finden. 3 Hotels sind geschlossen und stehen zum Verkauf. Im Centralo Hotel ist alles belegt. Ich gehe erst mal in eine kleine Bar um eine Cola zu trinken.
Hier frage ich die Inhaberin Uschi, ob sie vielleicht Zimmer vermietet, oder weiß, wo man ein Zimmer kommen kann. Uschi besorgt mir dann, per Telefon, in einem Motel in Sonceboz, welches noch 4 km weit entfernt ist, ein Zimmer.
Mittlerweile ist die Partnerin Marianne, der Wirtin, auch eingetroffen. Sie wollen die Telefongespräche nicht bezahlt haben. So bedanke ich mich, bei Uschi und Marianne. Ich verspreche aber, ihnen von ROM eine Karte zu schicken, wenn ich dort angekommen bin. Dies habe ich dann auch gemacht, und sie haben mir, in meiner Homepage www.der-pilger-web.de , in mein Gästebuch geschrieben. Dafür nochmals Danke, Uschi und Marianne.
So ziehe ich weiter und steige über den ersten Pass, im Jura. Oben kommt mir ein Radsportler entgegen. Den frage ich noch einmal und er bestätigt mir, dass am Fuß des Berges, dieses Motel steht. So gelange ich dann, hoch über Sonceboz, an der Pass-Straße, zur „Auberge du Relais Sarl de Pierre-Pertius“.
Von außen sieht das Lokal toll aus. Innen ebenfalls, ein tolles Lokal. Da ich angemeldet war, ging die Anmeldung schnell. Dann brachte der Chef mich, zu meinem Zimmer. Dazu verließen wir das Restaurant, zum Hof hin und er führte mich dann etwas abseits, zu einem besseren Stall. Schon die Eingangstür funktionierte nicht und musste mit Gewalt aufgedrückt werden. Dann das erste, sogenannte Zimmer rechts, war dann meines.   -   Soviel nur: „Ich habe, in den Wanderschuhen, geduscht und in meinen Klamotten geschlafen“.

Pontenet, Tavannes, Motel in Sonceboz mein heutiges Quartier und Tagesziel.


Der Preis, für diese Unterkunft,   60,00 €   sollte mit Frühstück sein. War dann aber nicht. Dafür wollte der Wirt plötzlich noch 10,00 € extra haben. Da habe ich dann aber darauf verzichtet. Ich habe im Lokal noch etwas gegessen und mich dann zur Ruhe begeben.
Nach 37 km, bei wechselhaftem Wetter, war ich einfach froh, dass ich eine Unterkunft hatte.
So bin ich den 2 Frauen, in der Bar, für ihre Bemühungen dankbar. Auch wenn es das Schlechteste war, was ich an Unterkünften, bei  meinen Pilgerwegen, angetroffen habe.


Gesamtkilometer bisher: 749,5 km

30.Etappe-03.06.2009-Sonceboz-Kappeln.ca.31km
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Delemont liegt hinter mir
Courrendlin
Im Schweizer-Jura
Court
Sorvilier
Bevilard
Malleray
Das war heute ein echtes Problem eine Unterkunft für die Nacht zu finden. Im Motel konnte ich zum Ende ein Zimmer bekommen. Nur war es das schlechteste Zimmer was ich bis heute hatte.