Samstag den 30.05.2009


26. Etappe: Von Heitersheim nach Efringen-Kirchen ca. 28 km

Um 07.oo Uhr, am Morgen, sitze ich beim Frühstück. Der Wirt ist Italiener. Also die beste Gelegenheit, ihn nach dem Weg und die Entfernung nach ROM zu fragen. Er meint, dass es von hier aus, noch so um die 1.000 km bis ROM ist.  -  Es ist ein erhebendes Gefühl, schon so nahe an ROM heran gewandert zu sein und auch die Gewissheit zu haben, dass ich heute Abend schon merklich unter 1.000 km gelaufen bin.
Im nach hinein, ist festzustellen, dass der Weg bis ROM noch 200 km länger ist. Da ich ja keine Autobahnen benutzen konnte, zog sich der Weg doch viel länger hin.
Die Sonne scheint und es weht ein kühlender Wind, der das marschieren angenehmer macht. So komme ich heute gut voran. Seit Tagen laufe ich an Kirschbäumen vorbei. Leider waren sie noch nicht reif. Hier sind sie jedoch soweit, dass ich sie essen kann. So lege ich heute einen Obsttag ein und gleiche den Wasserverlust durch Kirschsaft aus. Da kommt mir ein Bibelspruch gerade richtig:
„Sie sähen nicht, sie ernten nicht und doch ernährt sie unser himmlischer Vater“.
So wandere ich dann weiter, auf meinem Weg, längs der B 3  und die Kirschbäume, am Straßenrand, liefern nicht nur ihre süßen Früchte, sondern spenden auch angenehm, kühlen Schatten.
Die linke Hüfte schmerzt heute nicht. Auch mein rechter Fuß fühlt sich heute besser an. Liegt sicher an der neuen Salbe, die gut zu sein scheint. Trotzdem brauche ich gut 1 Stunde, bis ich so richtig in Gang bin. So wandere ich durch Seefelden und an Baggingen vorbei, nach Hügelheim und erreiche bereits um 10.oo Uhr Auggen. Hier lege ich meine erste Rast ein und rufe zu Hause, meine Helga an.
Sie erklärt mir, wie jeden Morgen, auch heute Morgen, meinen weiteren Weg, den sie im Atlas, zu Hause, genau studiert hat.
Nach einer ½ Stunde, ziehe ich dann weiter, nach Schliengen. Hier beginnt, am Ortsende, der erste heftige Aufstieg, nach einer Woche im Flachland. Es beginnt zuerst ganz sacht, um dann plötzlich steil anzusteigen.
Vor der Kuppe flacht es aber wieder ab und wird wieder einfacher zu laufen. Genau hier oben, auf dem Berg, steht links, auf einer kleinen Anhöhe, unter einem dichten Laubbaum eine Bank. Hier mache ich eine Pause, denn der Aufstieg hat mich stark zum schwitzen gebracht, denn seit über einer Woche bin ich nur durch relativ flaches Land gelaufen.
Vor mir sehe ich zwei schöne Urlaubs - Bauernhöfe und rechts, voraus, grüßen mich bereits die Schweizer Berge, in die ich morgen eintauchen werde. Nach einer ½ Stunde ziehe ich weiter. Es geht jetzt immer leicht bergab. Dann taucht ein großer Bauernhof, mit Pferdezucht auf, der mich an zu Hause erinnert. Er nennt sich „Kalter-Herberg“, genau so, wie der Ort, bei uns in der Eifel.
Seit Schliengen laufe ich direkt auf der Fahrbahn, da hier der Radweg fehlt. So geht es noch weiter, bis Blasingen. Ab hier steht mir wieder ein Radweg zur Verfügung.
In Engermühle mache ich noch einmal Pause. Dann wandere ich nach Efringen-Kirchen. Hier will ich für die Nacht bleiben. Doch es sieht erst einmal, wieder nicht allzu gut aus, ein Zimmer zu bekommen. Nach einigem hin und her und kreuz und quer durch das Dorf, bekomme ich dann doch noch ein schönes neues Zimmer, auf einem Winzerhof.
Ich kam mehr oder weniger, zufällig an diesem Winzerhof vorbei und las das Schild: „Zimmer zu vermieten“.  Prima!  -   Hier bekomme ich sogar noch, meine komplette Ausrüstung, mit der Maschine, gewaschen. Ich wasche zwar täglich meine Sachen, aber mit der Hand ist das nur halb so gut, wie mit der Waschmaschine.

Kalter-Herberg, Wintersweiler, Gasthof Engemühle


Nachdem ich geduscht habe und die Waschmaschine nun den Rest erledigt, gehe ich ins Dorf, zum Einkaufen. Morgen ist Sonntag und da muss ich jetzt noch meine „Eiserne Ration“ auffüllen.
Dann rufe ich Helga an. Sie ist heute, bei H-J Geratz und Ulla zum Grillen eingeladen.
Heute habe ich 28 km zurück gelegt.
Morgen gehe ich über die Deutsch - Schweizer - Grenze.
Ich habe die erste Etappe, durch Deutschland, geschafft!
Mein Weg nach Rom ist in 3 große Etappen eingeteilt.
die 1. Etappe: Grenz überschreitung bei Basel in die Schweiz. ca.660 km
die 2. Etappe: Überquerung der Alpen über den Col du Grant Saint.Bernhard bei 2469 m und Grenzüberschreitung nach Italien ca. 1000 km
die 3. Etappe: Rom und Vatikan nach ca. 1870 km

Gesamtkilometer bisher: 653,5 km

27.Etappe-31.05.2009-Mandys-Geburtstag-Efringen-Kirchen-Aesch-Schweiz.ca.27km
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