Montag den 27.04.2009

12. Etappe:  von  Wolfstein  nach  Kaiserslautern  27 km

Heute ist trübes Wetter und darum packe ich meinen Rucksack schon mal so, dass Regen kommen kann. Um 07.15 Uhr gibt es bereits Frühstück, in der Herberge. Heute konnte ich meinen Gürtel ein Loch enger schnallen. Ich beginne langsam, Gewicht zu verlieren. Meine Füße fühlen sich etwas besser an. Ich hatte schon befürchtet, als ich am Sonntagabend im Pfälzerhof war und dann diese unruhige Nacht, wegen der Schmerzen folgte, meine Pilgerreise würde hier langsam zu Ende gehen.
Gestern, dieser Not-Stopp, hier in Wolfstein, hat seine heilende Wirkung gezeigt und so freue ich mich, heute gestärkt und mit nicht gerade so vielen Schmerzen, weiter gehen zu können. So ziehe ich, nach dem guten Frühstück, frohgemut weiter, auf meinem Pilgerweg, nach ROM.
Natürlich habe ich auch heute noch Schmerzen. Doch nach einer gewissen Zeit verschwinden diese wieder. Es geht jetzt natürlich so steil, wie es gestern hoch ging, heute wieder runter, bis ich auf die B 270 treffe. Ich strebe dem Radweg zu, auf dem ich gestern nach Wolfstein gekommen bin und laufe auf ihm solange, wie die B 270 in Sichtweite bleibt. Sobald er sich zu weit davon entfernen sollte, gehe ich direkt auf dieser Bundesstraße weiter.
In Osbrück mache ich eine Pause, nachdem ich Rossbach, Kreimbach und Kaulbach passiert habe. Hier rufe ich meine Olle an und ziehe dann weiter, durch Hirschbach und Katzweiler. Die Dörfer, hier an der B 270, ziehen sich alle sehr langgezogen, an dieser Straße entlang.
Ich bewege mich hier, durch das Tal der Lauter. In Otterbach mache ich wieder Pause und gelange dann, nachdem ich noch mehrere kleine Orte passiert habe, nach Kaiserslautern. Nun beginnt der lange Weg, nach Kaiserslautern hinein. Ich habe mein Navi in der Hand und laufe den Anweisungen nach, bis ich die B 37 erreicht habe. Mein Weg führt mich vorerst auf der B 37 weiter.
Heute ist wohl der Tag, der seltsamen Begegnungen. Die erste hatte ich, als ich in Wolfstein weiterging und in Rossbach, auf der Fußgängerbrücke, über die B 270 ging. Hier kamen mir zwei ältere Menschen entgegen. Sie gingen hinter einander, in einem Abstand von ca. 10 m. Sie sahen aus, wie Stadtstreicher. Sie sah mich an und fragte: „Gehst Du angeln?“ Ich sagte: „Nein“ Sie fragt weiter:  „Wo gehst Du denn angeln?“ Ich sage: „Ich gehe nach Rom!“ Sie fragt: „Hast Du denn keine Angst? Du musst ein Pfff Pfff (Sie meint ein KO-Spray) mitnehmen, dann fallen die „bums“ alle um.“ Der alte Mann brummelt etwas vor sich hin. Sie: „Geh weiter Alter!“ Ich grüße die alte Frau und ziehe schmunzelnd weiter.
Die zweite Begegnung war hier kurz vor Etappenende. Ich suche ein Zimmer und komme an einem Appartementhotel vorbei, wo auch Zimmer vermietet werden. Ich klingele 1 x, 2x und auch das dritte Mal. Ich will schon weiter gehen, da wird die Tür geöffnet und ein junger Mann, unrasiert und ungepflegt, steht in der Tür. Er sagt: Er sei der Potier und vermiete auch die Zimmer. Beim Sprechen sehe ich, dass ihm die Schneidezähne fehlen. Das reicht mir dann schon.

Blumen von der Bundesgartenschau


Ich sage ihm: „Ich will gar kein Zimmer!“ Dann gehe ich weiter. Ca. 300 m weiter, auf der anderen Straßenseite, ist ein Blumenladen. Dort gehe ich hin und frage nach, wo man hier ein Zimmer mieten kann? Es sind nur knapp 5 Minuten Weg von hier und ich bekomme im „Hotel Robot“, das von zwei Frauen geführt wird, im Keller,  ein Zimmer. Die junge Frau Robot ist ganz stolz darauf, dass sie mit mir, einen ROM-Pilger beherbergt. Sie erzählt es gleich ihrer Mutter, die darauf sofort erscheint, um den Pilger in Augenschein zu nehmen.
Da habe ich ja auch eigentlich gar nichts dagegen. Doch meine Füße brennen und tun weh und ich möchte mich gerne duschen und frisch machen. Doch ich stehe jetzt hier, im Frühstücksraum und muss erst ein Mal die üblichen Fragen beantworten. Dann bekomme ich endlich meinen Zimmerschlüssel und kann in mein Zimmer, um mich auszuruhen.
Dann rufe ich wieder Helga an. Sie rät mir, nach Landau zu gehen und nicht nach Neustadt an der Weinstraße. Ich befolge, wie immer, ihren Rat und gehe morgen, erst mal, in Richtung   Bad Bergzabern.
Nachdem ich mein Zimmer habe, fängt es an zu regnen.   -   Glück gehabt!
Heute waren es 27 km.
Gesamtkilometer: (+ 27 km) 0314,00  km

13.Etappe-28.04.2009-Kaiserslautern-nach-Hause
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Wolfstein
Rutzweiler Hirschbach
Katzweiler
Wurzelwuchs über den Stein
Kaiserslautern