Dienstag den 21.04.2009


 6.Etappe:  von  Gerolstein  nach  Manderscheid  26 km

Der Nachzügler, gestern Abend, war mit dem Zug angereist und kam aus Lübeck. Die Leiterin hatte ihn am Bahnhof abgeholt. Da gestern das Haus leer wurde, weil die Feriengäste alle abgereist waren und bevor ich gekommen bin, hatte sie das Haus geschlossen. Wer ankommt muss anrufen, dann kommt sie und öffnet, so auch dem Lübecker der von unterwegs angerufen hatte.
Um 07.30 Uhr gibt es schon Frühstück. Das Frühstück in den deutschen Jugendherbergen kann sich wirklich sehen lassen. Der Mann aus Lübeck erzählt mir, dass er hier mit anderen Leuten zum Wandern verabredet ist. Vom Mann der Leiterin bekomme ich eine Wegbeschreibung, wie ich über den Berg, auf dem ich ja schon bin, die Strecke etwas abkürzen kann.

Der Weg geht links, von der Herberge aus, zur Büschkapelle,
die mitten im Wald liegt, nach Neroth. Dabei wandere ich immer auf der Bergkuppe daher. Die Sonne scheint schon früh und ich muss schon zeitig meinen Anorak ausziehen, denn es ist sehr unangenehm, wenn man darunter schwitzt.
Mein Weg führt mich leicht bergauf und bergab, durch Mischwald und auch dunkle Tannenwälder.
Aus dem gegenüber liegenden Tal, schallen Gewehrschüsse zu mir herüber. Dort läuft wohl eine Treibjagd.
Ich kann nur hoffen, dass sie mich „Alten Bock“ nicht als jagbares Wild ansehen und mir einen Fangschuss verpassen.
Plötzlich hört der Wald auf und ich sehe, unten im Tal, das Dorf Neroth. Ich bin hier in der Vulkaneifel unterwegs. Hier sind die Berge höher und schroffer. Die Täler gehen tief hinunter, in tief abfallende Schluchten hinein. Hier oben steht eine kleine Sternwarte, die von einem Hobby-Astrologen betrieben wird.
Der Weg nach unten, in das Dorf Neroth ist sehr steil und zieht sich in die Länge. Ich brauche fast ½ Stunde, für den Abstieg. Mein Ziel sind immer die Kirchen, in den Dörfern, dort stehen meistens Bänke, auf denen man sich ausruhen kann. Leider sind viele Kirchen geschlossen.
Jetzt kommen zwei Wanderer, die den Eifelsteig bewandern und nach Daun wandern wollen. Ich rufe Helga an. Mein täglicher Morgenanruf. Dann ziehe ich weiter, nach Oberstadtfeld und dann wieder weiter, nach Schutz.
Hier lege ich noch einmal eine Pause ein, denn ab hier geht es ca. 2 km sehr steil bergauf und es zieht sich, über eine Serpentine, sehr lange dahin. Im nu bin ich durch geschwitzt. Dann taucht Bleckhausen auf und ich bin oben.
Bisher bin ich ab Neroth, teilweise über Landstraßen gelaufen, habe auch lange Passagen auf ausgebauten Rad und Wanderwegen zurückgelegt. Die Serpentine habe ich auch auf der Landstraße überwunden und gehe jetzt weiter, bis Manderscheid, wieder auf der Landstraße.

Niederstadtfeld Schutz


In Bleckhausen, etwa 5 km vor Manderscheid erregt mein Wanderstock das Interesse eines 84 jährigen Mannes.
In dem Moment, in dem ich aus Bleckhausen heraus gehe, sehe ich den Kirchturm von Manderscheid in der Ferne vor mir. Es dauert aber noch ca. 1 Std. bis ich im Ort bin und die Jugendherberge erreicht habe.
Ich bekomme ein Einzelzimmer. Zum Abendessen wird sogar gegrillt. Der Leiter wird gesprächig, als er meine Jakobsmuschel auf dem Rucksack sieht.

Brunnen in Manderscheid, Herbergsvater am Grill, Jugendherberge

Er habe sich vorgenommen, zu seinem 50. Geburtstag, der in 5 Jahren sein soll, den Jakobsweg zu gehen. Ein sehr kühnes Unterfangen, wenn man seine Körperfülle betrachtet. Da muss er etwas dran tun, sonst schafft er das nicht.
Auch hier war es, trotz dessen, dass es schon ein  Uraltbau war, ein schönes Haus. Man kann  die deutschen Jugendherbergen nur wärmstens empfehlen. Bisher habe ich nur positive Erfahrungen gemacht, wenn man die Jugendherberge in Blankenheim ausklammert.

Heute waren es nur 26 km.
Gesamtkilometer: (+ 26,00 km)  0149,00 km

07.Etappe-22.04.2009-Manderscheid-Platte.ca.28km
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