Sonntag den 19.04.2009


4. Etappe: von Gemünd nach Blankenheim: 29,5 km  Gesamt: 0087,00 km

Um 07.45 Uhr gibt es wieder ein reichhaltiges Frühstück.
Ein Opa sitzt mit seinen Enkelkindern im Frühstücksraum. Er hat, mit den Zweien, das Wochenende in der Jugendherberge verbracht. Eine schöne Idee. Natürlich werde ich wieder gefragt, wohin ich gehe und es erfolgt die gleiche Reaktion, wie jedes mal, wenn ich mein Endziel „ROM“ nenne.
Zuerst ein durchdringender Blick, in dem die Frage deutlich abzulesen ist: „He, -  willst Du mich auf den Arm nehmen?“
Dann kommt die 2. Frage: „Wohin?“
Antwort: „Nach ROM!“ - 
„Ehrlich?“  -  Wie gehst Du denn? - alleine?“   -  „Wie lange brauchst Du denn?“ usw.
Nachdem ich alle Fragen beantwortet habe, kann ich dann frühstücken. Dabei werde ich immer von der Seite, heimlich bemustert. Um 08.15 Uhr kann ich mich auf den Weg machen.
Ich verlasse die Herberge und gehe über die Urftbrücke, nach links, am Flussufer entlang, ins Zentrum von Gemünd. Dann gehe ich in Richtung Kall und passiere ein langes Industriegebiet, welches Gemünd vorgelagert ist, wenn man von der Wallendahler-Höhe herunter kommt.
Hinter dem Industriegebiet geht der Wanderweg nach rechts, durch die Felder. Es ist noch sehr kühl heute Morgen. Die Sonne scheint zwischen den, oft dicken Wolken hindurch und wird langsam wärmer. Ich wandere auf schönen Wanderwegen   nach Kall.
In Kall feiern die Kinder die 1. hl. Kommunion. Sie sind gerade, zusammen mit ihren Eltern, auf dem Weg, in die Kirche. Es ist „Weißer Sonntag“ für uns katholischen Christen. Es ist ein schönes Bild, die Mädchen in ihren weißen Kleidern und die Jungen, in ihren meist dunklen Anzügen, zur Kirche gehen zu sehen. Da wandern die Gedanken zurück in die Kinderzeit. Ich verhalte hier meinen Schritt und beobachte die Szene.
 
Dann gehe ich weiter und komme am Busbahnhof vorbei. Hier in der Wartehalle, mache ich eine kurze Pause, um den Anorak aus zu ziehen und den Schlafsack abzuschnallen. Den lasse ich hier einfach liegen, denn in den Jugendherbergen gibt es überall saubere Bettwäsche. Da brauche ich den Schlafsack nicht.  -  Ich kann also etwas unnötigen Ballast abwerfen.  - Vielleicht kann ihn ja Jemand gebrauchen? Ich nehme noch die Hosenbeine von der Hose, denn auch wenn dunkle Wolken etwas bedrohlich vorüberziehen, ist es schön warm.

Ich ziehe dann weiter, in Richtung Sötenich. Ich komme an einem Zementwerk und dem dazu gehörenden Steinbruch vorbei und unterquere das Förderband, mit dem der Stein transportiert wird. Dann geht es weiter, durch das Urfttal zur Gemeinde Urft. Bevor ich nach Urft komme, gehe ich an der schönen Burg  Dalbenden vorbei.

Die schöne Burg Dalbenden


Es geht dann weiter nach Nettersheim dann weiter in Richtung Blankenheim.

Auf diesem schön angelegten Wanderweg, bestehend aus Asphalt und Sandpiste, hat man einige Wegkreuze errichtet. Er mündet auf die Landstraße, die nach Blankenheimerdorf und dann weiter, nach Blankenheim führt. Ich gehe nach Blankenheimerdorf.

Blankenheimerdorf und Blankenheimer- Burg gehört hier einfach dazu, wenn man Ausflüge in die Eifel unternimmt. Hier entspringt die Ahr, die in Altenahr die Maßen anzieht. Dies besonders zur Weinprobe und zu Winzerfesten.


Beim durchqueren und verlassen  Blankenheimerdorf  gehe ich am Ortsende über die Bergkuppe und sehe mein heutiges Tagesziel vor mir.
Die Burg von Blankenheim beherbergt die Jugendherberge, in die ich heute einkehren möchte. Das Wetter ist gut und die Sonne brennt vom Himmel. Kurz hinter Blankenheimerdorf ist ein Autofahrer gegen einen Baum gefahren. Er liegt bereits im Krankenwagen, als ich dort vorbei gehe. So brauche ich mir das nicht anzusehen.
Die Blankenheimer Burg, hoch über Blankenheim, ist weithin zu sehen. Ich werde am Ortsanfang nach links gewiesen und muss den Berg, von hinten hinauf, zur Burg gehen. Endlich ist die Burg in Sicht. Mit mir kommt ein 2. Pilger in der Burg an. Er ist auf dem Jakobsweg unterwegs. Vor der Tür der Herberge, im Burghof, treffen wir zusammen und stellen gemeinsam fest, dass die Herberge sonntags ab 14.00 Uhr geschlossen ist.
Stattdessen prangt ein Hinweisschild an der Türe, dass die nächsten Herbergen in Bad Münstereifel und in Gemünd sind.
Nichts davon steht im Gesamtverzeichnis des Reiseführers und ist wohl eine Unverschämtheit. Denn wenn man ca. 30 km hinter sich hat, möchte man nicht noch 10 oder 15 km dranhängen, weil die Herberge geschlossen ist.
Stephan heißt mein Pilgerbruder. Er ist auf dem Weg nach Trier.

Was tun?
Am besten im Ort eine Unterkunft suchen. So gehen wir die Treppe hinunter in die Altstadt von Blankenheim. Auch in Blankenheim feiern die Kinder Weißen Sonntag.
Ich bekomme in der Brüsseler Stube ein Zimmer. Im Haus wird auch Kommunion gefeiert. Von meinem Zimmer aus, kann ich die Kirche sehen und sehe, die Kinder mit dem Priester Fotos machen von ihrem sogenannten „schönsten Tag im Leben.“

meine Hepps in Blankenheim, ein Stadttor, die Burg

Ich rufe Helga an, um ihr zu berichten. Sie sagt, dass Sandra mit ihrer Familie, in Blankenheim ist, um mich zu besuchen. Ich sage ihr, wo ich bin und dann treffen wir zusammen. Wir trinken etwas und dann müssen „The Hepps“ wieder fahren, denn morgen muss Mandy wieder zur Schule.
-   „Schade dass meine Olle nicht dabei war!“   -

Ich esse noch etwas und gehe dann zu Bett. Das waren heute, bei schönem Wetter, rund 29,5 km.
 Gesamtkilometer: (+ 29,50 km)  0087,00 km

05.Etappe-20.04.2009.Blankenheim-Gerolstein.ca.36km
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Zentrum Gemünd
Kall Kirche, Römerleitung, Urft
Sötenich Zementwerk
Dorf Urft
Wanderweg nach Nettersheim
Weiter nach Blankenheim