Samstag den 18.04.2009


3. Etappe: von Heimbach nach Gemünd 10 km

Heute war ich schon im 06.00 Uhr auf den Beinen und habe den Rucksack neu gepackt. Alle Klamotten werden von nun an in Plastikbeutel verpackt, damit sie, wenn es stark regnet, nicht nass werden können.
Um 07.15 Uhr gibt es ein gutes Frühstück.  
Kunststück - ich wohne bei einem Bäcker.
Es standen auf dem Tisch: 8 Stck. Brötchen, 1 Teller mit Wurst, Schinken und Käse, dazu Butter 3 Eier, Marmelade verschiedene Sorten, Wurstteller mit Tomaten und Gurken gewürzt und garniert. Kaffee und O-Saft. Dann lagen Tüten dabei um für den Weg Brötchen zu schmieren und einzupacken. Ich habe mir 2 Brötchen gemacht zum mitnehmen.

Ich habe 1 Std. gefrühstückt und mich dabei mit dem Bäcker unterhalten.
Dann wurde es Zeit und ich machte mich auf den Weg. Es hingen noch Nebelschwaden im Tal. Der Regen hatte aber zum Glück aufgehört.
So wanderte ich gut verpackt, an der Heimbacher Burg vorbei, die renoviert wurde, auf der Landstraße, in Richtung Mariawald. Nach kurzer Wegstrecke kommt dann links die erste Station des Kreuzweges, der hier, sehr steil den Berg hinauf, zum Kloster Mariawald führt.
Auf einer Bank, neben der ersten Station, konnte ich meinen Rucksack absetzen und meinen Anorak ausziehen und verpacken. Ich schwitze schon, durch den ständigen Aufstieg, über die Landstraße. Da ich über den Kreuzweg gehen will, ziehe ich die Jacke aus, denn dort wird es mir bestimmt warm werden. Durch das Schwitzen beschlägt mir die Brille, die ich erst reinigen muss. Dann geht es den Pfad hinauf, immer den Stationen des Kreuzweges folgend. 
Hinter der 7. Station überquere ich die Landstraße. Ab jetzt sind die Stationen in der Klostermauer integriert. So wandere ich nun an der Klostermauer entlang. Als ich schon fast oben bin, sehe ich eine Frau, die vor der letzten Station, im Dreck kniet und im Gebet versunken ist.
Ich mache vom Kloster und dem Kreuzweg ein paar Photos. In der Zwischenzeit ist die Frau, an mir vorbei, in die Klosterkirche gegangen. Ich folge ihr in die Kirche und setze mich still in eine Bank. Die Frau kniet in der Kirche auf dem Boden. Dann geht sie an einen Seitenaltar nach hinten und ich höre sie laut beten. Dann kommt sie wieder zurück und kniet sich mitten in der Kirche. Dabei beugt sie den Kopf bis sie fast den Boden berührt. Sie kauert dort und betet dort so laut, dass ich es hören kann. Eine so tief gläubige Person habe ich noch nie gesehen.
Ich versuche sie nicht zu stören und verharre auf meiner Bank.
Hier erinnere ich mich an einen Türken, den ich auf einer Baustelle gesehen habe, als er auf seinem Gebetsteppich, im Rohbau, ähnlich betete.
Da diese Frau keine Anstalten machte, ihr Gebet zu beenden, verlasse ich auf leisen Sohlen die Kirche, um sie nicht weiter zu stören.
Von der Klosterkirche aus, gehe ich nach rechts oben, zu einem Ehrenfriedhof, der hier würdig angelegt ist. Dann bewege ich mich, immer auf Blickweite zur Landstraße, durch den Wald, in Richtung Wolfgarten. Ich werde mehrmals hin und her, über die Landstraße, geführt.
Auf meinem weiteren Weg begegne ich einigen Wegkreuzen und erreiche eine große Wiese. An dieser vorbei, gelange ich nach Wolfgarten. Ein Rudel Schafe kommt auf mich zugelaufen und begrüßt mich.  -  „Määäää“.  -  Da ich den langen Wanderstock habe, haben sie mich offenbar mit dem Schäfer verwechselt. Normal sind Schafe nicht so zutraulich, schon gar nicht wenn sie Lämmer dabei haben. 

Pilgerkreuze am Pilgerweg zur Klosterkirche nach Mariawald


Wolfgarten ist ein schönes, gepflegtes Eifeldorf. Hier lohnt es sich, eine Rast ein zu legen. Der Dorfplatz und die Vorgärten, an den Häusern, sind schön gestaltet und der Wanderweg ist toll angelegt. Ich stehe also im Dorf und schaue mir die schönen Häuser an.
Da kommt eine Frau und mustert mich, nicht gerade freundlich. Als ich aber sage, dass dies ein wunderschönes Dorf ist, habe ich den  Bann gebrochen und sie wird gesprächig.
Sie fragt mich:
„Woher kommst Du und wo willst Du denn hin?“
ich sage,
„Ich habe noch einen weiten Weg vor mir!“
Sie fragt:   
„Ja wohin  dann?“
ich sage:
„Nach ROM!“
Sie schaut mich an. In ihren Augen steht die unausgesprochene Frage:
„Willst Du mich auf den Arm nehmen?“
„Wohin?“
„Nach ROM?“

„Da wüsste ich gar nicht, wie ich dorthin käme!“
Ich frage sie dann:
„Wie komme ich von hier aus nach Gemünd?“

Aus meiner Jugendzeit her weiß ich, dass es einen Waldweg nach Gemünd gibt, der genau an der Jugendherberge auskommt. Den bin ich schon, vor 55 Jahren, mit den Jungpfadfindern gegangen. Wir sind damals bis Heimbach, mit dem Zug gefahren und dann zu Fuß, nach Gemünd, in die Jugendherberge gewandert.
Sie sagt mir, wie ich den Weg finde, wünscht mir gute Reise und meint:
„Größ schön de Pabs vann  mich!“
und ich ziehe weiter.
Es gibt aber, an der Stelle, wo der Weg beginnt, 3 Wege. Mein Weg liegt ganz außen rechts. Dies sagte mir ein Mann, den ich zur Sicherheit, noch einmal gefragt hatte. Der Weg ist stellenweise sehr steil und führt stetig bergab. Nach gut 2 km erreiche ich die Jugendherberge.

Eingang zum Wander- und Pilgerweg nach Mariawald


Hier kenne ich mich noch gut aus, da ich hier schon war. Ich bekomme ein Zimmer, richte mich häuslich ein, erledige meine notwendigen täglichen Arbeiten und gehe dann in die Stadt. Ich muss mir für morgen noch etwas zum Essen besorgen, denn morgen ist Sonntag und da sind bekanntlich die Geschäfte  in Deutschland zu. Ich gehe an der Urft vorbei und zurück zur Herberge, da fängt es an zu regnen. Die Urft führt viel Wasser, das sehr verschmutzt ist, vom vielen Regen.

links Abstiegsrampe, rechts die
Jugendherberge in Gemünd


Ich habe ein 4 – Bettzimmer, mit Dusche und WC. für mich alleine. Nachdem ich meinen Rucksack soweit wieder, für morgen gepackt habe und das Tagebuch geschrieben ist, gehe ich ins Bett.
Heute waren es nur 10 km.

Gesamtkilometer: (+ 10 km) 0057,00 km

 

04.Etappe-19.04.2009.Gemuend-Blankenheim.ca.29,5km
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Kreuzweg hinauf zum Kloster Mariawald

Klosterkirche Innen und Außen

Ehrenfriedhof - Gräberfeld
Schafe unter dem Dorfkreuz Wolfgarten
der Einstieg zum steilen Abgang nach Gemünd zur Jugendherberge. Diesen Weg bin ich schon vor 60 Jahren gewandert. Es war zur Jungpfadfinderzeit, da sind wir einmal in der Winterzeit bis Heimbach mit dem Zug gefahren und von dort aus über Mariawald Wolfgarten und dann hier hinunter zur Jugendherberge gewandert. Von daher ist mir dieser Weg geläufig, doch wusste ich nicht mehr genau von wo er abgeht. Er führt lange Zeit auf einem breiten Waldweg abwärts und geht dann steiler über künstlich angelegte Terrassen bis zur Herberge.