Freitag 17.04.2009


2. Etappe: von Nideggen nach Heimbach 15 km    

Um 08.00 Uhr gibt es heute erst Frühstück.
Es war allerdings ein gutes Frühstück mit allem drum und dran. Dies sollte sich in den Jugendherbergen, in Deutschland, wiederholen, ist also Standart hier.
Um 08.30 Uhr beginnt meine 2. Etappe. Ich gehe am Sportplatz der Jugendherberge vorbei. Dann rechts, eine Treppe hinunter und anstatt links, über die Brücke und dann über den Bach zugehen, gehe ich links, am Bach vorbei. Ich knicke mit dem rechten Fuß um und falle zum ersten Mal unter meinen Rucksack.
Da es in dieser Nacht stark geregnet hat, ist der Boden weich und meine schöne neue Zipp-Hose jetzt dreckig. Was soll`s? Weiter geht’s nach rechts, über einen Bach und dann gerade aus, immer am Bach entlang, abwärts. Dann komme ich an dem Punkt an, an dem ich längst hätte sein können, wäre ich direkt etwas rechts und dann links, über die Brücke gegangen. Es regnet immer noch und die Bergbäche stürzen mit Gewalt zu Tal. Dann erreiche ich die Serpentinenstraße, die von Nideggen-Brück noch Nideggen hinauf führt. Diese Straße wurde früher von uns gefürchtet wenn wir mit den Fahrrädern unterwegs waren und hier hinauf fahren mussten. Ich gehe die Serpentine hinunter, nach Nideggen-Brück, um von dort, wieder an der Rur entlang, weiter durch das Rurtal, bis Heimbach zu wandern.  
Und es regnet weiter.
Das fängt schon gut an. Ein Sturz und gleich am 2. Tag Dauerregen. Die nächste Jugendherberge ist in Schleiden-Gemünd. Das wären  noch weit über 30 km bis dort. Dass es sich hier um die Jugendherberge in Gemünd handelt, war nicht klar zu erkennen. So wandere ich vor Nideggen-Brück, links am Berghang entlang, nach Abenden. Über mir thront die Burg Nideggen. Ich gehe auf Wegen, die ich schon als Kind gelaufen bin, als wir in Nideggen, im Haus Effels, im Jugendlager waren. Dann komme ich nach Abenden. Da es immer noch regnet, setze ich mich hier in das Wartehaus des Regio-Sprinters, der Rurtalbahn und mache dort eine Pause. Dann kommt der Regio-Sprinter mit Fahrziel Düren. Den lasse ich natürlich fahren und gehe stattdessen weiter, in Richtung Blenz.
Da die Straße nach Heimbach gesperrt ist, muss ich über Hausen nach Heimbach gehen.
Hinter Blenz bin ich aus dem Funkloch und kann Helga zum ersten Mal, von der Strecke anrufen. Zu Hause ist das gleiche Wetter. In Tirol sagt man dazu „Schnürlregen“. Hinter Hausen stoße ich wieder auf die Landstraße. Rechts fließt die Rur, dahinter liegt der schöne Campingplatz Wergen, links ist der Schienenstrang des Regio-Sprinters.
So gelange ich nach Heimbach.

Hausen
Burg Heimbach


Ich bin nass, bis auf die Haut und beschließe, hier für heute Station zu machen. Ich suche mir eine Unterkunft. Das ist gar nicht so einfach. In Heimbach sind viele Häuser geschlossen. Ich bekomme aber bei einem Bäcker ein Zimmer.
Der Bäcker ist ein lustiger Vogel. Er erzählte mir so einiges aus seinem Leben. Er war 4 x verheiratet und sein Umsatz ist in den letzten Jahren um 60-70% zurück gegangen. Das Sterben der Gastronomie, in der Gegend, spricht für sich. Nachdem ich in meinem Zimmer alles ausgepackt habe und die nassen Sachen über die Heizkörper verteilt habe, sieht es aus, wie auf einem Schlachtfeld.
Ich hole mir beim Schlecker Plastikbeutel und verpacke morgen alles darin. Meine Schutzplanen, die ich immer über den Rucksack und die Gitarre ziehe, halten zwar schon viel ab, doch es wird noch zuviel nass, wenn es regnet.
Nachdem ich etwas zu Abend gegessen habe und auch das Tagebuch geschrieben ist, gehe ich ins Bett. Es ist jetzt 21.15 Uhr.
Das waren heute nur 15 km, jedoch bei strömenden Regen.

Gesamtkilometer: (+ 15,00 km) 0047,00 km

03.Etappe-18.04.2009.Heimbach-Gemuend-ca.10km
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Jugendherberge Altbau
Wasserfall unterhalb der Jugendherberge/
Felsenrundgang
Nideggen
Abenden
Blens, hier bin ich schon nass bis auf die Haut und beschliesse, in Heimbach diese Etappe zu beenden